Region Kampanien finanziert Migranten die Rückkehr ins Herkunftsland

6. August 2009, 17:02
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Behörden bezahlen Flugticket und 1.600 Euro - Sklavenartiges Leben auf den Feldern

Rom - Die süditalienische Region Kampanien startet mit einem Plan zur Finanzierung der Rückkehr von Migranten in ihre Herkunftsländer. Dank einer Zusammenarbeit der Region mit der UNO-Agentur IOM (Internationale Organisation für Migration) wird jedem Migranten, der sich zur Heimkehr entschließt, das Flugticket bezahlt sowie 1.600 Euro gegeben, mit denen er sich in seiner Heimat wieder integrieren soll.

Bereits sechs junge Marokkaner haben das Angebot der Region angenommen und sind nach Hause zurückgekehrt. Viele andere haben sich über das Projekt zumindest informiert. Mit dieser Initiative will sich Kampanien vor allem der vielen Afrikanern entledigen, die ohne Aufenthaltsgenehmigung in den Landwirtschaftsunternehmen der Gegend um Neapel schwarz beschäftigt sind. Die meisten arbeiten unter sklavenartigen Bedingungen zehn Stunden am Tag für 25 Euro. "Das Flugticket nach Hause ist für viele dieser Menschen eine Möglichkeit, sich vom Sklaventum zu befreien", sagte eine Sprecherin der Region Kampanien.

Ähnliche Initiativen werden auch in anderen Teilen Italiens geprüft. In der von der Wirtschaftskrise schwer belasteten Region Veneto überlegen einige Gemeinden Pläne zur Finanzierung der Rückkehr vieler Migranten, vor allem Rumänen, die wegen der Rezession ihre Arbeit verloren haben. (APA)

 

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