Wenig Probleme mit Betretungsverboten

6. August 2009, 17:49
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Eine Burgenländerin wurde trotz Betretungsverbot verprügelt - Interventionsstelle Wien: Der Großteil hält sich an Betretungsverbote

Eisenstadt - Vergangenen Sonntagvormittag hat ein 41-jähriger Südburgenländer seine ehemalige Lebensgefährtin in Bocksdorf (Bezirk Güssing) verprügelt. Beamte hatten für den Mann ein Betretungsverbot verhängt, dennoch wollte er durch ein Fenster in die Wohnung der Frau eindringen. Die 44-Jährige wurde verletzt ins Spital gebracht. Der Südburgenländer wurde festgenommen, berichtete die Sicherheitsdirektion Burgenland am Montag.

Gefahrenprognose

Barbara Ille von der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie meinte auf Nachfrage von dieStandard.at: "Für Wien kann ich sagen, dass sich der Großteil an die Betretungsverbote hält." Die Einschätzung der Gefahr in den jeweiligen Fällen obliegt der Polizei. "Während der ersten drei Tage der Wegweisung muss die Polizei die Lage einschätzen und eine sogenannte Gefahrenprognose erstellen", so Ille. Somit muss die Polizei auch abschätzen, ob ein Gefahrenmoment besteht, erklärt Ille. Wenn die Gefahr nicht ausreichend beurteilt werden kann und Unsicherheit über den weiteren Verlauf besteht, wird Frauen auch manchmal geraten, nach einer Wegweisung im Frauenhaus Schutz zu suchen, so Ille.

Ausreichender Schutz

Aufgrund der erstellten Gefahrenprognose muss die Polizei entscheiden, wie sie gegebenenfalls das Opfer weiter schützen kann. Es muss auch beurteilt werden, ob ein Betretungsverbot überhaupt generell ausreichenden Schutz bieten kann, so Ille. "Die Polizei in Wien beurteilt die Situationen gut", meinte Ille. 

Im jüngst bekannt gewordenen Fall machte sich der 41-Jährige trotz Betretungsverbot für die Wohnung der Ex-Freundin auf den Weg zu der 44-jährigen Frau und traf sie im Freien an. Dabei soll er sie durch Schläge mit den Schuhen, die er in die Hand genommenen hatte, und mit Tritten traktiert haben. (red)

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    Die Einschätzung der Gefahr in den jeweiligen Fällen obliegt der Polizei.

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