ProSiebenSat.1 setzt in der Werbeflaute auf Sparprogramm

6. August 2009, 13:47
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Medienkonzern muss deutlichen Umsatzrückgang verbuchen - Einsparungen zeigen Wirkung - Sparziel verdoppelt - Keine Prognose

Nach einem deutlichen Umsatzeinbruch will ProSiebenSat.1 mit weiteren Einsparungen dem Einbruch der Werbeeinnahmen entgegensteuern. Für das Gesamtjahr wagte der hochverschuldete Konzern keine Prognose und begründete dies mit dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.

Weil viele Unternehmen in der Wirtschaftskrise ihre Ausgaben für TV-Werbung drosseln, fiel der Konzernumsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf 694 Mio. Euro, wie der börsenotierte deutsche Medienkonzern am Donnerstag in München mitteilte. Der Quartalsgewinn sank um 14 Mio. Euro auf 45,5 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,5 Mio. Euro auf 147,1 Mio. Euro zurück.

Mit seinem Sparkurs konnte der Konzern den Umsatzrückgang zumindest teilweise ausgleichen. "Das Umfeld bleibt auch in der zweiten Jahreshälfte sehr schwierig", erklärte Konzernchef Thomas Ebeling. Er rechne mit einem Rückgang des deutschen Fernseh-Werbemarktes um 11 bis 16 Prozent in diesem Jahr. Das neue Vermarktungsmodell des Konzerns in Deutschland sei aber "in den Grundzügen in Ordnung", betonte Ebeling.

Kostenbremse

Sein Sparziel von 100 Mio. Euro im laufenden Jahr hat der Konzern bereits erreicht und will nun noch stärker auf die Kostenbremse treten. Finanzvorstand Axel Salzmann erklärte, 2009 könnten bestenfalls 200 Mio. eingespart werden. Das Unternehmen hat die Zahl seiner Mitarbeiter innerhalb eines Jahres von rund 6.000 auf 5.300 gesenkt, der Sender Sat.1 musste von Berlin an den Hauptsitz des Konzerns nach München umziehen. Auch bei den Programmausgaben wurde gespart.

Trotz Sparkurs werde man weiterhin angemessen in Programme investieren. Beim Zuschauermarktanteil konnte die TV-Gruppe im zweiten Quartal zulegen. ProSiebenSat.1 sitzt auf einem Schuldenberg in Höhe von rund 3,4 Mrd. Euro. Er resultiert aus der Übernahme der Senderkette SBS, die der Konzern seinen beiden Mehrheitsaktionären, den Fondsgesellschaften KKR und Permira, vor zwei Jahren abgekauft hat. (APA)

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