Wiener Grüne prognostizieren Verkehrschaos

6. August 2009, 13:36
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Befürchten Busparkplatz vor Augarten - Burghauptmann: "Denken nicht daran"

Wien - Wenn der geplante Konzertsaal der Wiener Sängerknaben am Augarten-Spitz gebaut wird, droht ein Verkehrschaos, so die Prognose der Grünen. Geschätzte 100 Besucher, die pro Konzertabend mit dem Auto anreisen würden, zögen eine massive Verschlechterung für die Anrainer bei der Parkplatzsuche nach sich. Ein zweiter Punkt sei ebenso gravierend: "Es gibt keinen Platz für die Busse", konstatierte der grüne Umweltsprecher Rüdiger Maresch in einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Zwar habe der Finanzier des Baus, Peter Pühringer, im Jahr 2006 ein Verkehrsgutachten erstellen lassen, das jedoch dank veränderter Straßenführungen nicht mehr umsetzbar sei. Angesichts der erwarteten Pkw und Busse befürchtet Maresch nun, dass die Burghauptmannschaft die Wiese vor dem Augarten durch einen Parkplatz ersetzen, oder ein solcher bei der Porzellanmanufaktur direkt im Augarten erschlossen werde - ein Vorhaben, dass Burghauptmann Wolfgang Beer gegenüber der APA zurückweist: "Nein, wir denken nicht daran." Überdies stünden die Flächen auch unter Denkmalschutz.

Wasserrechtliche Bescheide

Die Grünen votieren in jedem Falle weiterhin für einen Alternativstandort für die Konzerthalle. Schließlich würde das Haus nur an wenigen Tagen der Woche von den Sängerknaben beispielt und ansonsten ohnedies von ortsfremden Gruppen genutzt. Und das Argument, dass die Anreise an einen weiter entfernten Standort wie dem Nordbahnhofgelände für die Sängerknaben unsicher sei, lässt Maresch mit Verweis auf die Auslandsreisen des Chors nicht gelten: "Wenn die in Buenos Aires über die Straße gehen können, dann werden sie es in Wien auch schaffen."

In der Zwischenzeit sind die wasserrechtlichen Bescheide für die Bohrungen am Standort noch in Ausfertigung, berichtet das zuständige Umweltressort. Erste Probebohrungen hatten im Juli für Aufregung bei der Bürgerinitiative gegen das Vorhaben gesorgt, welche die Aktion ohne Bescheide als illegal bezeichnete - eine Ansicht, der sich am Donnerstag auch Maresch anschloss. Der Sprecher von Umweltstadträtin Ulli Sima (S) unterstrich hingegen erneut, dass die zuständige MA 58 bei den Arbeiten stets eingebunden gewesen und das Vorliegen eines Bescheides erst ab dem Erreichen des Grundwassers notwendig sei.

Der Konzertsaal der Sängerknaben soll rund 380 Besuchern Platz bieten. Auch Bereiche für Ausstellungen, einen Shop und ein Cafe sind geplant. Die Fertigstellung ist für 2011 vorgesehen. Die Baukosten werden mit 12 Mio. Euro beziffert und von der "POK Pühringer Privatstiftung" finanziert. (APA)

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