Koalition

ÖVP-Unmut über Inserate mit Regierungswerbung

6. August 2009, 14:22
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    scan: derstandard.at

    20 Seiten starke Beilage in der "Kronen Zeitung" am Donnerstag.

Pröll: Nicht abgesprochen, Aktion von Kanzler und SP-Ressorts - Unmut über Pröll-Fotos in Inseraten - 20 Seiten Beilage in der "Krone" - Für FPÖ, BZÖ, Grüne "Steuergeldverschwendung"

Die ÖVP ist überhaupt nicht glücklich mit der Inseraten-Serie, in der dieser Tage in Zeitungen die Leistungen der Regierung beworben werden. "Das ist mit uns weder abgesprochen, noch wurden wir informiert", kritisierte am Donnerstag ein Sprecher von Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll. Die Darstellung aus dem Büro von Bundeskanzler Werner Faymann, es handle sich um Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung, teilt man nicht: "Offensichtlich ist das eine Kampagne des Bundeskanzleramts und einiger sozialdemokratisch geführter Ressorts."

Nach Inseraten am Mittwoch waren am Donnerstag eine ganzseitige Anzeige im STANDARD sowie eine 20 Seiten starke Beilage in der "Kronen Zeitung" zu finden. Letztere war übertitelt als "Information der Bundesregierung". Der Inhalt: Erfolge der Regierung in Sachen Konjunkturbelebung und Arbeitsmarkt sowie viel Platz für Sozialministerium, Gesundheitsministerium, Infrastrukturressort, Bildung und Kultur sowie die Frauenministerin - allesamt rote Ressorts. "Das ist keine Öffentlichkeitsarbeit für die Regierung", hielt denn auch Prölls Sprecher fest.

Foto mit Pröll

Da ist es nach Ansicht von Prölls Büro auch kein Trost, dass der Vizekanzler ebenfalls zu Ehren kommt - zumindest auf einem Foto, das ihn gemeinsam mit Faymann zeigt (Bildtext: "Entschlossenes Handeln"). Im Gegenteil, dies steigert den Unmut beim Regierungspartner noch mehr: "Wenn Fotos des Vizekanzlers verwendet werden, gehört es sich einfach, das vorher zu besprechen. Der Herr Bundeskanzler würde sich schön bedanken, wenn wir eine Werbekampagne für die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur machen und die mit seinem Foto versehen würden."

Vonseiten Prölls, der im Juni die Absage der eigentlich für Herbst geplanten Regierungskampagne betrieben hatte, sieht man durch die Anzeigenserie die SPÖ von ihrem damaligen "Zugeständnis" abrücken. Dabei gelte nach wie vor: "Es gibt möglicherweise andere Dinge, für die man das Geld derzeit einsetzen könnte." Aber die Ausgaben müsse eben "jeder verantworten, der sie tätigt".

Opposition schäumt über Zeitungsinserate

Bei der Opposition stößt die aktuelle Regierungswerbung auf helle Empörung. Die FPÖ schimpfte am Donnerstag über einen "widerlichen Griff in die Taschen der Steuerzahler", das BZÖ sieht das Geld zum Fenster hinausgeschmissen, und die Grünen mokierten sich über eine verzichtbare "Selbstbeweihräucherungswelle".

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky forderte von der SPÖ, "dass die Kosten für diese Inseratenkampagne aus den Mitteln der SPÖ-Parteiförderung der Republik Österreich zurückgegeben werden müssen". Faymann "desavouiere" zudem die ÖVP, fand Vilimsky in einer Aussendung. Das BZÖ kündigt wieder einmal eine parlamentarische Anfrage an: Generalsekretär Stefan Petzner mutmaßte, es handle sich um ein Volumen von "mehreren Millionen Euro Steuergeld". Der stellvertretende Grüne Klubobmann Werner Kogler forderte ebenfalls, dass die Inserate "aus den Parteikassen bezahlt werden". Er verwies auf den "eindeutigen Kriterienkatalog des Rechnungshofs", was Parteiwerbung und was "Service und Information" sei. (APA)

Nachlese
Regierungskampagne nein, Öffentlichkeitsarbeit ja - Reihe von Inseraten als "ganz normale Öffentlichkeitsarbeit der Regierung"

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
derStandardmeint
00
10.8.2009, 13:06
Die Kampagne ist billig.

Den wahren Preis dieser Veruntreuung von öffentlichen Geldern wird Herr Faymann erst bei den nächsten Wahlen bezahlen.

momodeluxe
00

scheinheilige raunzerei.

wer hat denn die werbung im kärntner wahlkampf bezahlt, als ein ganzes land zuplakatiert wurde?

"genehmigten sich alle Landtagsparteien im Kärntner Landtag zu ihren bisherigen acht Millionen Euro Parteienförderung noch weitere fünf Millionen an Zuwendungen."
http://derstandard.at/fs/1244460676087/

richtig, der steuerzahler

Dormouse
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diese werbung ist wirklich eine frechheit, aber die VP sitzt genauso in der regierung und ich unsterstell ihnen jetzt mal ganz einfach dass sie in wissen dass das nicht gut ankommen wird einfach zugeschaut haben, wahrscheinlich sogar stillschweigend abgenickt...ihr habt genausoviel dreck am stecken - die SP verbrät steuergeld für ihre beweihräucherungen, ihr für eure privatzwecke

mfg

systema radl
11
..."mehrere millionen volumen".....

lieber herr petzner, sie wollen künftig in der PR branche arbeiten und haben keinerlei ahnung von werbekosten. obwohl die krone nicht gerade billig ist so kostet selbst ein 20-seiter niemals mehrere millionen.

Kabine Zapfinger
00
Nachdem du dich offenbar auskennst:

Wieviel kostet es dann?

systema radl
00
wer sich im etat rumtreibt sollte sich eigentlich auskennen

dachte ich bis jetzt.....

momodeluxe
00

laut gestriger zib2 ca 400.000

systema radl
00
alles zusammen, nicht nur die beilage.....

sabine hundstrümmerle
20
von prölleten für prölleten.

systemfehler1
33
In den letzten drei Wochen haben IV, WKÖ und Unternehmerverbände massiv

WErbung vor allem für die VP gemacht.
Geschätztes Anzeigevolumen: ca. 2Mi€.

Wo bleibt der Aufschrei?

Ich mein´ jetzt nicht diese selbstgerechte Empörung des Standard nach Drechbuch Fleischhacker, sondern ich meine die wirkliche journalistische Empörung.

Gibt´s kane.
Anscheinend alle gekauft, die Damen und Herren Journalisten.
DienerInnen der Herren eben. Tiefdunkelschwarz.
Eh klar.

pumuckl
11

Sei kennen schon den Unterschied der Finanzierung zwischen Kampagnen der Interessenvertretungen und derjenigen der Regierung?

Grigio
00

... wenn Sie unabhängigen Journalismus wollen, dann lesens halt das Wiener Bezirksblatt.

Ted Kennedy
 
05
Am interessantesten finde ich ja,

dass Faymann hier ganz selbstverständlich die Schwarzen UND die österreichischen Staatsbürger verarscht. Was denkt er sich bei sowas? Den Wickel mit den anderen Parteien hat er sofort, den lässt er an sich abtropfen. Aber die Wähler merken sich solche Aktionen.

CATER CARLO
11
Dick und Doof.

feinfein
14
Pröll-Sager

Nach dem Pröll-Sager (Bundespräsident) vom Dichand war klar, dass jetzt sehr bald wieder ein ganz ordentlicher Zuschuss vom tlanen (copyright haderer) Werner fällig wird. Es is einfach nur ungustiös wie sich der Faymann gegenüber Dichand & Co prostituiert.

gerhard maierhofer
08
also normalerweise

wenn man wirklich eine informationskampagne fahren will, sollte man die 20 seiten doch inserieren, wenn nicht gerade urlaubszeit ist? und auch nicht am donnerstag?

für mich schaut das eher so aus, als ob man der krone geld zustecken wollte, ohne dass es irgendwer merkt.

systema radl
30
abgesehen von dem unsinnigen irrglauben in der werbebranche,

dass im sommer ALLE gleichzeitig ins ausland flüchten (in wahrheit sind nur 7% der österreicher gleichzeitig auf urlaub), so macht es durchaus sinn in monaten zu werben, wo weniger los ist. denn der 20-seiter will ja auch gelesen werden. und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand sowas liest wenn er im berufsstreß steckt. außer er ist beamter.

Hugo Reyes
04

sie behaupten ernsthaft, dass den 20-seiter irgendwer liest?

systema radl
20
aus der sicht des werbenden schon.

deshalb macht man werbung ja. dass das ergebnis (jeglicher!!!) werbung generell bei null liegt, steht auf einem anderen blatt..... aber dann gäbe es auch den standard etat nicht, der ja über die branche schreibt.... was irgendwie schade wäre da die postings hier das wiedergeben, was in der branche allgemein oftmals abgeht: ahnungslosigkeit bis zum erbrechen. lustig also.

Max Normal
00
21.8.2009, 11:08
Ich möchte nicht ihr Kunde sein…

…wenn sie nur Werbung für Werbende machen.

Das Inserat im Horizont kann ich nämlich auch selber schalten.

Zinnmo
 
01

Daß Dichands Gnade käuflich ist, ist bekannt. Ob die 20 Seiten reichen, wird sich zeigen.

Otto Fishbine
51
Herrlich . . .

. . . diese Aufregung genau hier, im "Standard". Schon vergessen: Der "Standard" und andere Qualitäts-Blätter kassieren von der Bundesregierung gleich mehr als ein Milliönchen/Jahr in Cash – aber ganz ohne (offensichtlicher) Gegenleistung (sprich: null Papier). Das nennt sich in Österreich dann Presseförderung . . .

Fred der Prophet
02
Kriegt die "Krone" auch.

roterbruder1
74

soll die spö nun wirklich schon wegen jedem schaß die övp fragen??

PegasusNbW
16
mit parteigeldern kann die spö tun und lassen was sie will

wenn sie aber eine angebliche regierungskampagne startet, sollte man doch alle regierungsmitglieder informieren.

aber werbung für die eigene person um steuergelder kennen wir ja von faymann schon zur genüge - man denke daran, wie sich faymann als wohnbaustadtrat und infrastrukturminister die krone gütig stimmte, indem er unsummen von steuergelder für unnötige kampagnen ausgab. (das ist natürlich nicht nur ein faymann- und spö-problem. pröll der onkel und sobotka in nö sind darin auch sehr gut)

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