USA fordern von Israel einjährigen Siedlungsstopp

6. August 2009, 12:41
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Sprecher von Regierungschef Netanyahu weist den Bericht zurück

Jerusalem - Israel soll nach dem Willen der USA ein Jahr lang den Siedlungsbau im besetzten Westjordanland stoppen. Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, habe der US-Sondergesandte George Mitchell einen entsprechenden Vorschlag vergangene Woche bei seinem Besuch in Jerusalem Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu unterbreitet. Mitchell habe argumentiert, ohne den von der internationalen Gemeinschaft geforderten Siedlungsstopp seien die arabischen Staaten nicht bereit, ihre Beziehungen zu Israel zu verbessern. Ein Sprecher Netanyahus wies den Zeitungsbericht als "pure Spekulation" zurück.

Höchstens sechs Monate

Bei den Gesprächen sei auch Israels Verteidigungsminister Ehud Barak anwesend gewesen, berichtete "Haaretz". Netanyahu und Barak hätten sich lediglich zu einem Siedlungsstopp von höchstens sechs Monaten bereiterklärt. Auch hätten die beiden angekündigt, 2500 bereits im Bau befindliche Häuser in den bestehenden Siedlungen auf jeden Fall fertigstellen zu wollen. Die Verhandlungen sollen am 26. August bei einem Treffen von Netanyahu und Mitchell in London fortgesetzt werden.

Barak ging in Radiointerviews nicht direkt auf den "Haaretz"-Bericht ein. Am Dienstag hatte der Verteidigungsminister davon gesprochen, dass die USA binnen Wochen einen neuen Friedensplan für den Nahen Osten vorlegen würden, den Israel akzeptieren sollte. (APA/Reuters)

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