30.000 Zeilen Code für Linux aus Meidling

6. August 2009, 12:36
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DRBD der Wiener Firma Linbit wird in den Kernel aufgenommen

Der Linux-Kernel, das Herz des freien Betriebssystems, wird alsbald um 30.000 Zeilen Code wachsen. Die Entwickler planen nämlich für Version 2.6.32 die Aufnahme der Hochverfügbarkeitslösung DRBD (Distributed Replicated Block Device), einer Software, die von der im zwölften Wiener Gemeindebezirk ("Meidling") beheimateten Firma Linbit entwickelt wird.

Linbit sieht sich als "Pionier in der österreichischen Open-Source-Szene" und verfügt über namhafte Kunden wie IBM, T-Mobile, die Salinen Austria oder MAN Nutzfahrzeuge. 

Ritterschlag

Mit der Aufnahme von DRBD in den Linux-Kernel erhält das 2001 gegründete Unternehmen den "Ritterschlag" durch die Linux-Community und die Technologie erfährt einen starken Schub in Richtung Mainstream. Technisch sorgt die Integration für zusätzliche Performance beim Einsatz von DRBD, Erleichterungen beim Betrieb und der Installation. Ergänzend wird die Entwickler-Community vergrößert und und damit die Qualität der Software verbessert. Andrew Morton, der von Linux-Erfinder Linus Torvalds eingesetzte Kernel-Maintainer, machte sich besonders für die Aufnahme der Software stark.

Ausfallsicherheit durch Datenspiegelung

DRBD ist eine sogenannte "Blockreplikationslösung für Linux-Plattformen", erklärt Gerhard Sternath, der kaufmännische Geschäftsführer von Linbit, dem WebStandard. "Daten können damit in Echtzeit auf mehreren Computern gespeichert werden." Dadurch ist es möglich, ständig auf die Daten zugreifen zu können - selbst wenn ein Rechner das Zeitliche segnet oder der Strom ausfällt. "Heute haben wir weltweit rund 1000 Installationen von DRBD pro Tag. Durch die Aufnahme in den Kernel wird sich das vervielfachen", so Sternath.

Frei seit 2008

DRBD steht seit 2008 als Open-Source-Software zum Download bereit und ist unter anderem bereits Bestandteil der Serverversion von Suse und Ubuntu. (sum)

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Linbit

  • Das Team hinter Linbit: Philipp Richter, Stefan Schleifer, Gerhard Sternath, Philipp Reisner, Clemens Niederreiter

    Das Team hinter Linbit: Philipp Richter, Stefan Schleifer, Gerhard Sternath, Philipp Reisner, Clemens Niederreiter

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