HRW wirft der Hamas Kriegsverbrechen vor

6. August 2009, 12:18
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Human Rights Watch: Raketen auf Israel "unentschuldbar"

Jerusalem - Das Abfeuern von Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet kommt nach dem Urteil der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) einem Kriegsverbrechen gleich. Die Angriffe der radikalislamischen Hamas und anderer Palästinensergruppen auf israelische Zivilisten seien "illegal und unentschuldbar", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Die Hamas müsse einen Verzicht auf solche Attacken erklären und alle Verantwortlichen bestrafen.

Nach Einschätzungen von HRW sind in den vergangenen Jahren tausende Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert worden. Dabei seien seit 2008 drei israelische Zivilisten getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Insgesamt hätten die Angriffe 800.000 Menschen in Gefahr gebracht. Zudem habe die Hamas das Kriegsrecht auch deswegen verletzt, weil sie die Raketen aus von Zivilisten bewohnten palästinensischen Orten abgeschossen und diese dadurch der Gefahr von Gegenschlägen ausgesetzt habe. Darüber hinaus seien zwei palästinensische Mädchen durch auf Israel gerichtete Raketen getötet worden, die noch im Gazastreifen niedergingen.

Weißer Phosphor

Human Rights Watch (HRW) und Amnesty International (AI) hatten in ihren Berichten zur israelischen Gaza-Offensive vom Jänner unter anderem festgehalten, dass Israels Armee im Gazastreifen weißen Phosphor eingesetzt habe. HRW klagte Israel der Kriegsverbrechen in Gaza an. Israels Armeesprecher hatten zunächst den Einsatz von Phosphorbomben abgestritten, dann eingeschränkt, die Rauchbomben würden entsprechend dem internationalen Recht gebraucht, und schließlich eine interne Untersuchung angekündigt. Human Rights Watch führte Fälle vom Einsatz von Phosphorwaffen in dicht bevölkerten Wohngegenden an. Der HRW-Bericht zitierte mehrere Zeugen der Angriffe auf das Hauptquartier des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNRWA. Phosphorgranaten verursachen sehr schmerzhafte und schlecht heilende Brandwunden. In Einzelfällen frisst sich das brennende Material bis zu den Knochen durch.

Die dreiwöchige israelische Militäroffensive im Gazastreifen, in deren Verlauf mehr als 1400 Palästinenser getötet und über 5000 weitere verletzt wurden, habe anhaltende "schlimme" Umweltschäden zur Folge, erklärte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Wegen zerstörter Leitungen gerate Abwasser ungehindert in das Mittelmeer sowie in das Grundwasser. Bei der Zerstörung von Gebäuden seien zudem gefährliche Substanzen freigesetzt worden. Auch gefährlicher Krankenhausmüll könne kaum angemessen entsorgt werden, hieß es in einem UNEP-Bericht. (APA)

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