Tourismusbetriebe verzichten aufs Internet

6. August 2009, 10:56
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Während die Kunden bereits im Internet recherchieren und buchen, verzichten die Tourismusbetriebe noch immer auf diese zusätzliche Einnahmequelle

Die Reisebranche hinkt den Wünschen der Kunden hinterher. Laut einer Aussendung der österreichischen Buchungsplattform Tiscover.com, sind erst siebzehn Prozent der Betriebe mit ihren Angeboten im Internet vertreten, obwohl diese Form der Vermarktung den Unterkünften zusätzliche Gäste bringen würde.

In den USA nutzen 95 Prozent aller Menschen, die über einen Internetzugang verfügen, das Web für ihre Reiseplanung. Auch in Europa macht sich derselbe Trend bemerkbar. Besonders beliebt sind vor allem Reise- und Buchungsplattformen, die besonders reichweitenstark sind und auf denen die Benutzer schnell recherchieren und Angebote vergleichen können. "Urlaubsportale machen die breite Angebotsfülle für den Gast erst konsumierbar, indem nach unterschiedlichsten Kriterien gesucht, gefiltert, sortiert und verglichen werden kann. Es wäre unmöglich, die Homepages aller dieser Unterkünfte einzeln zu besuchen", erklärt Tiscover Vorstand Matthias Grundböck.

In Österreich liegt Tiscover.com vor Holidaycheck.com und Bergfex.at. Das geht aus einer Befragung von euroSearch hervor, die im Juni an 1.400 ÖsterreicherInnen durchgeführt wurde. Demnach nutzen fünfzig Prozent der befragten Personen das Angebot von Tiscover.com, um ihren Urlaub in den Alpen zu planen. Die deutsche Buchungsplattform Holidaycheck.com liegt an zweiter Stelle mit einer Nutzung von 25 Prozent, das steirische Freizeitportal Bergfex.at erreicht mit 22 Prozent Anteil den dritten Platz.

Für Grundböck bietet das Internet großes Potential für heimische Tourismusbetriebe. „Wir haben ein tolles Angebot, es steht aber leider noch nicht ausreichend im Online-Schaufenster", so Grundböck zur heimischen Situation. Nachholbedarf sieht er vor allem in der Vermarktung über große Reisewebsites: "Viele Unterkünfte haben zwar eine eigenen Homepage und sind auch auf der Website ihrer Region vertreten, aber nur siebzehn Prozent vermarkten sich auch über reichweitenstarke Buchungsportale", erklärt er. Dabei biete gerade das Internet besonders günstige Vertriebsmöglichkeiten. (red)

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