Bessere Risikoeinschätzung von Hüft- und Kniegelenkarthrosen

6. August 2009, 10:54
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Mit einfachen Bluttests lässt sich das Risiko einer Hüft- und Kniegelenkarthrose voraussagen

Erlangen/Innsbruck - Forscher haben einen Bluttest entwickelt, mit dem das Risiko einer Hüft- und Kniegelenkarthrose vorausgesagt werden kann. Die Studie entstand in einer Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Erlangen, der Medizinischen Universität Innsbruck und dem Landeskrankenhaus Bruneck. Grundlage ist eine an rund 900 Patienten durchgeführte Studie, die nun im amerikanischen Fachmagazin "Arthritis & Rheumatism" veröffentlicht wurde.

Risiko-Bestimmung mittels Bluttest

In der Studie konnte erstmals bewiesen werden, dass mit einem einfachen Bluttest das Risiko, im weiteren Verlauf des Lebens an einer Knie- und Hüftgelenkarthrose (Gelenkverschleiß) zu erkranken, bestimmt werden kann. Der Schlüssel zur Risikoeinschätzung ist ein Eiweiß namens VCAM-1, das eigentlich mit Gefäßverkalkung (Atherosklerose) in Zusammenhang steht. "Patienten mit hohem VCAM1 -Spiegel erkranken unabhängig von Alter und Körpergewicht vier- bis fünfmal häufiger an einer Knie- und Hüftgelenkarthrose als Patienten mit einem niedrigen VCAM1-Spiegel", sagte Studienleiter Georg Schett vom Universitätsklinikum Erlangen in einer Aussendung.

Risiko einer Arthrose abschätzen

In der Studie wurden 912 Südtiroler über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet. Im Mittelpunkt standen dabei Herz-Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems und des Muskel- und Skelettsystems. Den Studienteilnehmern wurde am Anfang der Studie Blut abgenommen, und sie wurden alle fünf Jahre komplett untersucht. Bei 60 Patienten, die am Ende des Untersuchungszeitraums an einer Hüft- und Kniegelenkarthrose litten und einen orthopädischen Gelenkersatz benötigten, stellten die Forscher einen signifikant hohen Wert des VCAM-1-Eiweißes fest. "VCAM1 ist damit neben Lebensalter und Körpergewicht eines der wenigen Instrumente, die es ermöglichen, das Risiko einer Arthrose abschätzen zu können und zugleich der erste Labortest.

Vorteil für Patienten

VCAM1 kann einfach in Blutlaboren bestimmt werden und gibt dabei Aufschluss über ein weit verbreitetes Krankheitsrisiko", so Schett. Der Vorteil für Betroffene: Ein übergewichtiger Patient mit hohem VCAM1-Wert könne sein Erkrankungsrisiko durch Gewichtsabnahme deutlich reduzieren, da die Faktoren Alter, Gewicht, VCAM1-Wert additiv wirken würden. (red, derStandard.at)

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