Krems

U-Haft über verletzten 16-Jährigen verhängt

6. August 2009, 15:35

Bei Fluchtversuch seien Schüsse gefallen - 14-Jähriger starb durch Schuss in den Rücken - Polizisten noch nicht einvernommen

Krems - Über den 16-jährigen R., der als mutmaßlicher Einbrecher in einen Merkur-Markt in Krems durch vermutlich eine Polizeikugel Durchschüsse beider Oberschenkel erlitten hat, ist am Donnerstag die U-Haft verhängt worden. Der Jugendliche habe sich geständig gezeigt, sagte der Kremser Erste Staatsanwalt Friedrich Kutschera am Nachmittag.

R. und der getötete Florian P. (14) hätten demnach Geld aus den Kassen stehlen wollen. Sie hätten auch gewusst, dass es einen Safe gebe, jedoch nicht versucht, selbigen zu öffnen. Als sie vor der Polizei flüchten hätten wollen, seien die Schüsse gefallen, teilte Kutschera zur Einvernahme des 16-Jährigen mit. Was die Verletzung des Jugendlichen angehe, könne er berichten, dass kein Knochen verletzt sei.

Der 14-Jährige Florian P. wurde in den Rücken getroffen. Das gehe aus dem mündlichen Obduktionsgutachten hervor, sagte der Kremser Erste Staatsanwalt Friedrich Kutschera. Der Jugendliche sei unterhalb eines Schulterblattes getroffen worden, das Projektil im Brustbereich ausgetreten.

Untersuchung durch Landespolizeikommando Oberösterreich

Polizeiintern hat noch am Mittwoch die Untersuchung des Schusswaffengebrauchs durch die beiden Beamten einer Kremser Polizeistreife - es handelte sich um eine Frau und einen Mann - begonnen. Damit betraut wurde seitens des Innenministeriums das Landespolizeikommando OÖ. Laut Oberstleutnant Roland Scherscher vom Landespolizeikommando NÖ ist eine fünfköpfige Erhebungsgruppe gebildet worden.

Über die Zahl der letztlich in dem Supermarkt in der Dunkelheit abgegebenen Schüsse lagen noch keine gesicherten Angaben vor. Man gehe weiterhin von drei oder vier aus, so Scherscher. Beide Polizisten hatten gefeuert.

Beamten nicht vernehmungsfähig

Die beiden Polizisten, ein Mann und eine Frau, die nach Auslösung des stillen Alarms zu dem Supermarkt gerufen worden sind, sind nach wie vor nicht einvernommen worden. Eine Befragung der Beamten solle am Freitag versucht werden, so Kutschera.  Der 14-Jährige und sein 16 Jahre alter mutmaßlicher Komplize waren mit einem Schraubenzieher und einer Gartenharke ausgerüstet. Die Jugendlichen seien demnach "im technischen Sinn" bewaffnet gewesen, nicht jedoch nach dem Waffengesetz, erläuterte Kutschera.

"Das wissen wir nicht, das ist Spekulation", sagte Scherscher darauf angesprochen, dass es bei dem Einbruch weitere Mittäter gegeben haben könnte. Einem entsprechenden Hinweis werde jedenfalls nachgegangen. Der Oberstleutnant verwies auf "weitere Erhebungen".

Unterdessen hat die Oberstaatsanwaltschaft angekündigt, den Fall am Freitag der Staatsanwaltschaft in Korneuburg zu übertragen. Damit soll der Anschein einer möglichen Befangenheit vermieden werden, der gegeben sein könnte, wenn die Kremser Anklagebehörde gegen in Krems tätige Polizisten ermittelt. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 2296
K R
00
10.8.2009, 15:37
juristen werden künftig nicht mehr gebraucht


da die polizei ja ohnehin alles niederballert, was denen vor die flinte kommt (vorbeifahrende motorradfahrer, parkende autos, davonlaufende kinder) brauchen die juristen nicht mehr ermitteln.

also kann man dann auch gleich exekutive und legislative zusammenlegen und man kann ein kurzes, einfaches gesetz auflegen:

wer auffällt (wie auch immer) ist tot.

joey .at
46
Beamten nicht vernehmungsfähig

Aber der angeschossene 16-jährige wurde bereits vernommen! Und da soll man nicht glauben, dass die ganze Sache stinkt?

Jeder normale wird sofort eingesperrt und vernommen. Auf was wartet man da?

Auf die Generalabsolution vom Hr. LH?

Wie viel Zeit brauchen die, um sich eine glaubhafte Version auszudenken, die wir dann fressen sollen?

macindd
02

Zumindest hätten die Beamten unverzüglich in U-Haft genommen gehört, damit sie sich nicht über ihre Aussagen absprechen können.

K R
00
10.8.2009, 15:31
zwar richtig, aber genutzt hätte das auch nichts

Anonymus69
00

klar weil die Polizisten heilige sind, weiß du dies nicht, die können per Definition kein Verbrechen begehen

Firestar
24

und was kann man lernen bzw. besser machen?

- Polizisten besser schulen
- Polizisten mit Taser ausstatten
- Polizisten sind Menschen und haben Angst
- Jugendliche machen Fehler
- mehr Erziehung von allen ist bei unerer Jugend gefordert (Eltern, Freunde usw.)
- Jugendliche die schon amtsbekannt sind, denen sollten Eltern, der Staat Aufmerksamkeit widmen -> je früher desto besser

und an viele (nicht alle) PosterInnen ... Gleichungen mit einer Variable kann man lösen, alles andere nicht. Erfinden macht es nicht besser oder richtiger ...

Ro_bert
00

Zu Punkt 1: wie gut wollen sie Polizisten schulen, damit die Wahrscheinlichkeit eines Fehlschusses exakt 0 wird?
Auch Autofahrer sollten niemanden töten, wurden ausgebildet und stehen in dauerndem Training - trotzdem passierts.

Firestar
00
10.8.2009, 12:30

kein Fehler ist unmöglich, aber die Fehler so gering wie möglich zu halten, ist das was machbar und das Ziel einer besseren Schulung ist.

und das Beispiel passt nicht zum Fall:
Personen-/Autokontrollen = Normallfall
Einsatz Schusswaffe = Extremfall

Autofahren = Normalfall und entspricht keinem "dauerndem Training", würde ein Fahrsicherheitstraining bei ÖAMTC, ARBÖ zu Training zählen.

Warum Extremfall?
"Im Schnitt feuert also ein österreichischer Polizist einmal alle 216 Jahre seine Dienstwaffe ab."
[Kommentar: Wer die Schuld trägt, Michael Prüller (Die Presse)]

Ergo Dessen
03
Es wäre schlau, einfach einmal abzuwarten und sich mit Mutmaßungen zurückzuhalten!

Mit einem Posting ist man unweigerlich Teil der öffentlichen Meinungsbildung. Niemand (!), kann zum jetztigen Zeitpunkt wirklich beurteilen, was da geschehen ist! Gefahren voreiliger Schlüsse:

1) Rückschaufehler (hindsight bias): Im Nachhinein ist man immer schlauer. Da man nach dem Unfall weiß, was richtig gewesen wäre, nimmt man an, die handelnde Person hätte dies - zum ZP des Unfalls - auch wissen müssen.

2) Unvollständiges Schließen (counterfactual fallacy): "Wenn jemand anders gehandelt hätte, wäre es anders gekommen" - das Wissen darum verleitet dazu anzunehmen, dass die handelnde Person verantwortlich ist für das Geschehen, weil sie so und nicht anders gehandelt hat."

(Zitiert aus: "Human Factors", Badke-Schaub et al. 2008

Max User
02

Hab ich schon erwähnt, dass es keine Kinder waren? Sondern Jugendliche. Ich dachte, ich erwähn das mal ...

slartibartfaß der Umwandler
63

jeder tourist sollte sich, bevor er nach österreich kommt, dieses forum durchlesen.

das land österreich ist zwar schön, durch die bevölkerung lebt halt noch den hitler und polizeistaat style. sozusagen der wolf im schafspelz. die wahlergebnisse spiegeln das wieder. ahmadinejad würd sich in österreich sicher leichter tun als im iran.

Ro_bert
10

Touristen interessieren sich in erster Linie für die eigene Sicherheit und die Ihres Hab und Guts - sie möchten nicht beklaut werden.
Dazu bedarf es einer Polizei die auch handeln darf.

Shadow
02
die öffentlichkeitsarbeit der polizei ist wieder mal ein desaster

wieso wird der jugendliche vernommen, die polizisten aber nicht? sicher werden die beiden mitgenommen sein, aber der 16-jähre liegt im krankenhaus und ist trotzdem vernehmungsfähig?
klar das man da unfeine sachen vermutet.

sicher gehört es bei einem einbrecher zum berufsrisiko an die polizei zu geraten. aber wurde die polizei in den letzten jahren(wer war da wohl an der regierung?) wirklich so runtergewirtschaftet das die beamten nicht mehr ohne waffengebrauch mit solchen situationen umgehen können? andererseits, die kriminalitätsstatistiken...


es geht übrigens noch schlimmer: http://tinyurl.com/mgcu2r

FalscherProphet
00
Im Falle des 14-Jährigen muss eventuell

von "Hobbyrisiko" gesprochen werden.

Der 16-Jährige erlebte zusätzlich auch noch mit,
dass ein Kumpel (ev. aufgrund seines Einbruch-Plans) erschossen wurde.

vom anderen Sternli
76
Beamte immer noch nicht vernehmungsfähig

Aber den verletzten 16-Jährigen konnte man bereits vernehmen. Österreichische Polizisten müssen ein schwaches Nervenkostüm haben. Aber wir wissen ja jetzt, das die beiden Jugendlichen die Polizisten durch ihren Fluchtversuch bedroht haben. Vermutlich hat einer den Schraubenzieher nach hinten gehalten.
Noch besser ist eigentlich die Aussage über den Tresor. Mit einer Hacke und einem Schraubenzieher einen Tresor zu knacken, kam selbst den Jugendlichen sinnlos vor. Weshalb wird es dann erwähnt?
Vielleicht dachten die Polizisten und der Merkur-Mitarbeiter, sie wären mit der Hacke, dem Schraubenzieher und dem Tresorinhalt auf der Flucht!

ram shackle
12

Sie würden sich damit brüsten, wenn Sie jemanden aus (ich mutmaße) Notwehr töten müssten und hätten keinerlei Probleme damit?

roundabout
02
Wer den Polizeibeamten

unterstellt den Jugendlichen absichtlich erschossen zu haben, sollte Mordanzeige erstatten.

briang
11
was ist mit den zuständigen erziehungsberechtigten?

bei vielen Eltern ist es nicht in Ordnung, dass 14jährige um 2 uhr nachts nicht daheim sind.
was sind das für zustände?

micro monster
26
Pfusch

Anscheinend war der ganze Einsatz ein Pfusch.

vom anderen Sternli
93
Auf der Flucht erschossen

Das kennen wir doch! Erinnert sich noch jemand daran? Einfach nur zum Ko....

aaal
10

Die Polizisten werden wahrscheinlich mit einem der unzähligen Fehlalarme gerechnet haben.

Als dann plötzlich ein paar Gestalten im Dunklen aufgetaucht sind werden sie es mit der Panik zu tun bekommen haben.

Soll keine Entschuldigung sein aber vielleicht ein Grund warum diese Sache so dumm ausgegangen ist.

homer simpson9
 
23

es ist schon fast peinlich mitansehen zu müssen wie hier von staatsanwaltschaft und executive vorgegangen wird um einen skandal zu verhindern

sooo banal

achja jeder der hier ernsthaft meint es sei ok flüchtende 14 jährige einbrecher in den rücken zu schießen dem empfehle ich einen therapteuen

empathie ist wichtig!

und kapital kann nicht mehr wert sein als leben
auch wenn viele hier für 1000 euro 40h in der woche schwer hakeln müssen

Edain
23
Voreilige Postergemeinde (1)

wie immer hier. Wer sich nur ein BISSCHEN über Polizeipraxis informieren würde, wüsste, dass solche Einsätze täglich passieren, in den meisten Fällen ohnehin Fehlalarme vorliegen und in den wenigen Fällen, in denen tatsächlich eingebrochen wird, die Täter beim Eintreffen der Polizei in aller Regel schon über alle Berge sind - egal wieviele Polizisten es am Land gibt, sehr viele, auch erfahrene, werden in einer solchen Situation noch keinen Verbrecher gestellt haben. Es läuft meistens so ab, man trifft am Tatort ein, sieht von Verbrechern keine Spur (auch kein Fahrzeug oÄ), man betritt das Gebäude. In dem Fall ist der Angestellte vermutlich

wahre Lüge
 
12
Die Befragung wird ergeben:

wir waren gar nicht dort
nur unsere Glocks

ISB
23
Wahnsinn

Zwei Halbwüchsige werden beim Einbruch (läppischer Sachschaden kann das Resultat sein) ertappt und niedergeknallt. Applaus dazu in allen Foren. Schon klar, ein Großteil werden Kiewara (wohl in der Arbeitszeit) und Law and Order Fanatiker sein. Aber das Ausmaß ist erschreckend. Wahrscheinlich begrüßen diese Figuren auch noch das Abknallen von Kindern in Brasilien. Bitte, die stehlen auch!!! Ja, ja, Eigentum gehört geschützt (solange es nicht von Verbrechern in Anzug und Krawatte veruntreut wird, aber da geht's ja eh nur um ein paar Millionen...)

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Posting 1 bis 25 von 2296

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