Kirchen rufen zu landesweiten Protesten auf

5. August 2009, 21:42
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Nach Ausschreitungen gegen christliche Minderheit fordert Weltkirchenrat Sicherheitsgarantie Zardaris

Islamabad - Nach den pogromartigen Ausschreitungen gegen Christen in der ostpakistanischen Stadt Gojra, bei denen mindestens acht Menschen ums Leben kamen, haben die führenden Repräsentanten der Kirchen in Pakistan den kommenden Dienstag (11. August) laut Kathpress zum "Schwarzen Tag" ausgerufen, um gegen die Gewalt muslimischer Extremisten gegen Christen zu demonstrieren. Auch das pakistanische Parlament verurteilte die schweren Übergriffe militanter Muslime.

Auf Antrag des pakistanischen Minderheitenministers Shahbaz Bhatti verabschiedete das Parlament in Islamabad eine Resolution, in der die Übergriffe verurteilt und der Schutz der Minderheiten bekräftigt wird. Najmi Saleem, Mitglied des Exekutivkomitees der Allianz der pakistanischen Minderheiten, forderte ein Ende des "religiösen Terrorismus" gegen Christen.

Angriffe

Aufgestachelt von Extremisten hatten hunderte Muslime in den vergangenen Tagen Häuser von Christen in Gorja angegriffen. Anlass waren Gerüchte, Christen hätten einen Koran geschändet. Die Ausschreitungen, die am Donnerstag begannen, erreichten ihren Höhepunkt am Samstag, zumindest acht Christen starben. Die Gerüchte der Koranschändung erwiesen sich nach Angaben der Behörden als haltlos. Zwölf Verdächtige wurden festgenommen.

Der Generalsekretär des Weltkirchenrats Pastor Samuel Kobia appellierte an den pakistanischen Staatspräsidenten Asif Ali Zardari, die Sicherheit der Christen in der Provinz Punjab zu garantieren. Die jüngsten Gewaltausbrüche verstärkten die Sorge, dass der Staat die Bürger nur unzureichend vor Übergriffen muslimischer Extremisten schütze. (APA)

 

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