Causa Westenthaler zieht sich

5. August 2009, 19:21
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In der Affäre des angefahrenen Polizisten bei einem EURO-Match könnten Verwandte des Politikers befragt werden

Wien - Der Sachverhalt ist an sich simpel: Der frühere BZÖ-Chef Peter Westenthaler wird beschuldigt, nach einem EURO-Fußballmatch am 16. Juni 2008 Anweisungen eines Polizisten missachtet und diesen mit dem Auto angefahren zu haben. Dies sollen der Beamte und zwei Zeugen bestätigt haben.

Doch die Entscheidung über eine mögliche Anklage ist immer noch nicht gefallen. Erst diese Woche kam eine Weisung von der Oberstaatsanwaltschaft, dass noch weitere Zeugen einzuvernehmen sind - nämlich jene, die mit Westenthaler im Auto saßen. Warum man darauf erst nach über einem Jahr kommt? Diese Personen seien "einfach noch anzuhören" , formuliert am Dienstag Ilse-Maria Vrabl-Sanda, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft. Laut Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, könnten die Protokolle in ein, zwei Wochen vorliegen und dann eine Entscheidung fallen.

Der pikante Hintergrund: Im Auto saßen Verwandte Westenthalers. Sollten die sich der Aussage nicht entschlagen und für Westenthaler aussagen, könnte das im Falle einer Verurteilung des Politikers Folgen haben: ein zweiter Prozess wegen falscher Zeugenaussage in der Familie Westenthaler. (frei/DER STANDARD-Printausgabe, 6.8.2009)

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