Nachlese

Polizisten erschießen unbewaffneten Jugendlichen

5. August 2009, 19:15

14-Jähriger wurde durch Schuss in den Rücken getötet, 16-jähriger Komplize verletzt

Warum die erfahrenen Polizisten ihre Dienstwaffen zückten, blieb offen. Die Burschen waren unbewaffnet.

***

Krems - Warum haben zwei erfahrene Polizisten auf zwei unbewaffnete jugendliche Einbrecher gefeuert? Weder die ermittelnde Staatsanwaltschaft Krems noch Beamte der Landespolizei Niederösterreich, die den Tatort sicherten, konnten (bisher) erklären, wie es in einem Supermarkt in Krems zu den Schüssen kommen konnte. Der 14-jährige Florian wurde mit einem Schuss in den Oberkörper getötet, wie am Abend bekannt wurde, wurde er im Rücken getroffen. Sein 16-jähriger Komplize liegt mit Durchschüssen an beiden Oberschenkeln im Landeskrankenhaus Krems.

Auf einer Pressekonferenz Mittwochmittag in St. Pölten gaben die Ermittler erste Details zum Tathergang bekannt. In der Nacht auf Mittwoch wurde um 2.28 Uhr in dem Supermarkt der stille Alarm ausgelöst. Die beiden Jugendlichen sollen zunächst versucht haben, die hintere Eingangstür aufzubrechen, was ihnen offenbar nicht gelungen sei. Daraufhin hätten sie den Rollbalken einer Laderampe aufgezwängt und damit den Alarm ausgelöst, erklärte Friedrich Kutschera, Sprecher der Staatsanwaltschaft Krems.

Die Polizei habe eine Streife zu der Filiale geschickt, führte Roland Scherscher vom Landespolizeikommando weiter aus. "Bei dem Kontrollgang durch den Markt ist es gegen 2.55 Uhr zu einem plötzlichen Kontakt mit den Tatverdächtigen und zur Abgabe von Schüssen gekommen", meinte er. Ein Projektil sei bereits gefunden worden. Es habe "sehr hoch oben" eingeschlagen, eventuell könne es ein Warnschuss gewesen sein. Fest stehe zudem, dass beide Beamten, ein Mann und eine Frau, gefeuert hätten. "Wer getroffen hat, weiß ich aber nicht", sagte Kutschera.

Diese Frage soll in einer Waffengebrauchserhebung geklärt werden. Das Innenministerium hat dem Landespolizeikommando Oberösterreich den Auftrag erteilt, zu prüfen, ob der Waffeneinsatz der Beamten aus Krems gerechtfertigt war. Laut Waffengebrauchsgesetz aus dem Jahr 1969 ist der Einsatz nur zulässig, wenn weniger gefährliche Maßnahmen oder verfügbare gelindere Mittel ungeeignet scheinen oder wirkungslos sind. Außerdem muss er vorher deutlich angezeigt werden. Niemals dürfe eine Waffe zum Töten verwendet werden. Der "mit Lebensgefährdung verbundene Waffengebrauch" sei laut Gesetz nur "im Falle gerechter Notwehr" zulässig. Im Fall Krems, so der Staatsanwaltschaftssprecher, waren die beiden Burschen im Sinne des Waffengesetzes nicht bewaffnet. Die Jugendlichen hätten lediglich Schraubenzieher und Gartenhaue in ihren Händen gehalten.

Beamte psychologisch betreut

Ob sie die Beamten damit attackiert hätten, wusste Kutschera nicht, da die Polizisten bis Mittwochnachmittag noch nicht befragt werden konnten. Sie wurden psychologisch betreut. Dem 16-jährigen Einbrecher - laut Staatsanwaltschaft ebenso wie der getötete 14-Jährige vorbestraft - gehe es den Umständen entsprechend.

Zur Schießerei sei es laut Spurensicherung vor dem Fleischlagerraum gekommen. Die Verdächtigen hätten sich dort in einer dunklen Nische versteckt. Verstärkung hätte die Streife jedenfalls nicht angefordert. Beide Beamte galten als erfahren. An den seit 2005 verpflichtenden Weiterbildungen - vier Mal im Jahr Schießtraining - hätten sie regelmäßig teilgenommen, versichert Scherscher: "Umso mehr bedauern wir den Ausgang dieses Vorfalls, der genau untersucht wird", richtete er den geschockten Angehörigen der Schussopfer aus.

Das Büro von Innenministerin Maria Fekter teilte mit, dass es "jetzt vordringlich darum geht, die genauen Umstände des Vorfalls aufzuklären." Der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz ist "erschüttert". Sollten die Fakten stimmen, dass sich "ausgebildete Polizisten gegen Jugendliche mit einem Schraubenzieher nicht anders zu helfen wissen als sie zu erschießen, dann schreit dies geradezu nach weitreichenden Konsequenzen." Dazu komme, dass die Liste derartiger Vorfälle immer länger werde. Allein 2008 wurden in Niederösterreich bei zwei Polizeieinsätzen die Verdächtigen erschossen. (Kerstin Scheller, DER STANDARD Printausgabe, 06.08.2009/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1812
valtheWU
64
ID!OTEN UNTERWEGS HIER!

SELTEN SOLCHE BESCH. POSTINGS GELESEN WIE ZU DIESER SACHE!

WAS IST LOS IN ÖSTERREICH? RUTSCHEN WIR JETZT ALLE SO WEIT NACH RECHTS, DASS WIR BALD LINKS WIEDER RAUSKOMMEN?

AN FRAU MINISTER: AUFKLÄRUNG SOFORT!
AN DIE USER: FLÜCHTENDE EINBRECHER VON HINTEN ZU ERSCHIESSEN IST WAHNSINNIG, EGAL OB ROMA, POLE, NIGERIANER, TIROLER, 89 ODER 14!

1) ERMITTLUNGEN, GERICHTSVERFAHREN UND URTEILE. WENN FREISPRUCH, DANN BETREUNG UND VERSETZUNG/ENTLASSUNG

2) VERBESSERUNG DER POLIZEIAUSBILDUNG IM SINNE EINER DEESKALATION!

3) FOKUS DER POLITIK AUF DIE JUGEND, WEG VON DEN PENSIONISTEN!

4) MEDIENRECHTE STÄRKER ÜBERPRÜFEN

5) RECHTS- UND DEMOKRATIEVERSTÄNDNIS IN DER SCHULBILDUNG BESSER VERANKERN

LGM
00
10.8.2009, 07:09

Geschrei ersetzt die nicht vorhandenen Argumente nicht.
Wieso sollen Freigesprochene entlassen werden? Da haperts wohl ziemlich am Rechtsverständnis!

LGM
00
18.8.2009, 21:14

soll das wirklich eine Antwort auf meinen Beitrag sein???

LapuLapu
00
18.8.2009, 18:15
Don't cry out that load, man !

Schreien ? Warum Schreien ? Ever heard about netiquette ? Im uebrigen - Argumente werden nicht besser indem man diese laut hinausposaunt !

f.s.1
02
DER NÄCHSTE FREISPRUCH wartet....

1.Tatsache: Die beiden Jugendlichen haben einen Fehler gemacht! Das ist keine Frage. Warum ein 14 Jähriger um diese Zeit nicht zuhause ist, ist etwas was die Eltern mit ihrem Gewissen klären müssen!

2. Tatsache: Die Polizisten werden für diese Situationen zu wenig geschult. Bzw. wäre das der Fall gewesen, hätten richtig geschulte Polizisten auch OHNE Einsatz der Waffen Herr der Lage werden müssen. Dass die eine Beamtin weiblich war spielt dabei KEINE Rolle!!

3.Tatsache: 2 Aussagen zweier Polizisten gegen die Aussage eines Jugendlichen!!!
Was wird da wohl rauskommen??..lach!!! Die "Gerichtsverhandlungen" der letzten Jahre: Ein Freispruch nach dem Anderen!!! Sofern es überhaupt zu einer Verhandlung kam!!!

Shirin Maier
25
Niedliche Überschrift. Vom Einbruch weit und breit nix zu lesen.

suboptimal
 
03
der Schnackerleinbruch

wär nicht einmal für die Lokalpresse berichtenswert. Tut sie ja sonst auch nicht.

FalscherProphet
11
Offensichtlich wurde auf BEIDE unbewaffnete Einbrecher

ohne dass diese "angriffen" geschossen:
Auch der 16-Jährige wurde von der Seite angeschossen, da ja EIN Projektil BEIDE Oberschenkel durchbohrte.

Gasflasche
00
Das war der Polizist

reflexzone
33
Zweifellos ...

... gesichert ist mindestens ein Faktum: Gehe ich einbrechen, setzte ich mich vielen möglichen Gefahren aus.
Unter anderem auch jener erwischt/gestellt zu werden, was meist eine Situation herbeiführt, in welcher weder lange und gründlich nachgedacht werden kann, noch die Beteiligten sich durch absolute Entspanntheit auszeichnen.

Vem03
33
Arme Täter - gleicher Aufschrei bei totem Polizisten ????

Sicher wäre es für die Politik leichter gewesen, wenn ein Polizist gestorben wäre. Alle fühlen sich dazu berufen ihre Kommentare zum Vorfall abzugeben - und keiner war dabei. Und plötzlich war es doch "nur" ein Einbruch.

Josef Obermaier
54
Das Berufsrisiko


Ein Rennfahrer riskiert Unfallgefahr.

Ein Bergsteiger riskiert Absturzgefahr.

Ein vorbestrafter 14-jähriger Einbrecher maskiert um 2:30 Uhr im stockfinsteren Supermarkt riskiert eben dass es kracht.

Klingt hart, ist aber so.

Jetzt die Schuld bei den Menschen zu suchen die die Einhaltung der Gesetze überwachen ist lächerlich.

monty python
 
13

berufsrisiko gilt aber auch und gerade für polizisten.
und das waffengebrauchsgesetz ist ebenfalls teil des österr. rechtsgutes und muß auch eingehalten werden.

Kenny van Hummel
23

Wenigstens einer der versteht, dass es in einer Gesellschaft Regeln gibt, an die sich alle zu halten haben.

Wen man so blöd ist, wo einzubrechen, sich erwischen zu lassen und dann auch noch wegzurennen(!), braucht man sich über Kugeln nicht zu wundern.

Dass man nicht vor der Polizei weglaufen darf lernt man als 14-jähriger übrigens in jedem drittklassigen Actionfilm.. an Unwissenheit dürfts also auch nicht gelegen haben. ;)

monty python
 
22

unterschied zwischen actionfilmen und realität (österr. rechtslage) ist aber schon klar, oder?

M&M´s
52
Da es ja offensichtlich nicht möglich ist,

1. Alle die Kinder wollen zuerst zu überprüfen (was sich das so alles fortpflanzen darf)
2. Kinder nicht unter Kontrolle zu halten sind
3. Manche es nie lernen

MUSS jedem Menschen ein Chip eingepflanzt werden. Somit ist immer sichergestellt, dass bekannt ist wo er/sie sich gerade aufhält und somit der Polizist die Info umgehen erhalten kann:

Achtung, Kind, 14, 02:55 Uhr, vermutlich nur Dumm, bitte nicht abknallen, nur später bitte dringend einem intensiven Resozialisierungsprogramm zuführen.

Gringo
22
DÄMLICH, DÄMLICHER, AM DÄMLICHSTEN !!!

Werner Haglmüller
01

Dem ist sein Chip offensichtlich durchgebrannt.

flohimpelz
00
18.8.2009, 17:15
aber schon

während dem einpflanzen - schaden nicht beurteilbar da ausser funktion!

OGHaha
100
Bubendummheiten enden manchmal mit einer Tragödie... So wie auch noch öfter im Strassenverkehr.

Heute im rbb 18Uhr10 die Mitteilung, dass täglich ! durch jugendliche Fahranfänger in Deutschland 3 (drei) Tote zu beklagen sind.

Könnte es nicht eine andere Bewaffnung für die Polizei geben?
Etwas was schnell umhaut und betäubt, aber nicht gleich tötet?

matty_at
33
UNGLAUBLICH

WIDERLICH sind viele dieser postings hier. ich persönlich bin zutiefst betroffen von dieser ganzen sache. ich bin ein humanist. einbrecher gehören festgenommen. einbrecher gehören nicht erschossen. wenn ich diese postings hier sehe, und lese wie abgrundtief und entfremdet sich manche äußern dann ekelt mich diese posting-gesellschaft einfach nur an...

Hafner
54
Humanisten tarnen und täuschen nicht ...

... ich habe viele Postings hier gelesen und aus keinem (sic!) ist herauszulesen, dass jemand der Meinung wäre, dass Einbrecher erschossen gehören.
Es ist typisch linke Rhetorik: Dem Gegner etwas Unwahres zu unterstellen um seine Argumentation darauf aufzubauen (Humanist - dass ich nicht lach).
Einbrecher gehören selbstverständlich weder erschossen noch verletzt.
Wenn ein Krimineller aber bei der Tat erwischt wird und sein Verhalten für andere Menschen bedrohlich erscheint, muss er mit einer gewalttätigen Reaktion (Schlagstock, Elektroschocker, Tränengas, aber auch ein Schuß) rechnen.
Ich weiss nicht, was daran falsch ist.

FalscherProphet
20
Na da hast Du aber die Postings von "Alois dem Zorn"

(absichtlich?) überlesen:
http://derstandard.at/?url=/pli... 3/13707742

(Und der produzierte hier auch noch ärgere Fäkalien -
die ev. NACHTRÄGLICH zensiert wurden, weil ich sie nicht mehr finde...)

Interessant dass DU hier unentwegt mit "links" oder "stalinistisches System" daherkommst.
Fällt Dir nicht auf, dass Derartiges "ein wenig" am Thema vorbeigeht...

valtheWU
24
und freispiel ist keine satire mehr

"todesstrafe für ladendiebe"

BK W. Shoyssel
14
Einbruchsdiebstahl ist ein Verbrechen

und kein Ladendiebstahl

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