Spaghetti internazionali

5. August 2009, 18:40
  • Hat sich Italien ein wenig anders vorgestellt: Christian Ulmen in "Maria, ihm schmeckt's nicht".
    foto: constantin

    Hat sich Italien ein wenig anders vorgestellt: Christian Ulmen in "Maria, ihm schmeckt's nicht".

"Maria, ihm schmeckt's nicht", eine vollmundige deutsch-italienische Komödie von Neele Leana Vollmar - sowie die weiteren Kinostarts der Woche

Ehen verbinden mitunter nicht nur Mann und Frau, sondern auch Kulturen - mehr schlecht als recht. Maria, ihm schmeckt's nicht, Neele Leana Vollmars vollmundige Komödie nach dem Bestseller von Jan Weiler, erzählt ein entsprechendes Paradebeispiel anhand eines deutsch- italienischen Verhältnisses: Jan (Christian Ulmen) will seine Freundin Sara (Mina Tander) ohne großes Tamtam heiraten. Ein Unding, denkt Papa Antonio (Italo-Komödien-Urgestein Lino Banfi), und so tritt man die Reise ins heimatliche Campobello in Apulien an.

Die Konflikte sind ebenso vorprogrammiert, wie sie lautstark ausgetragen werden: Allergien gegen Schalentiere, Sonnenbrand oder die aufgeregte Großfamilie der Verlobten machen dem nörgelnden Deutschen zu schaffen - auf der anderen Seite gehen die Temperamente durch. Vollmars Entscheidung, die italienischen Dialoge nicht (dümmlich) zu synchronisieren, macht sich bezahlt.

Volkshelden und Nesthocker

Der Bankräuber John Dillinger war in den 30er-Jahren einer der meistgesuchten Männer seines Landes. US-Regisseur Michael Mann lässt ihn in seinem großartigen Gangsterfilm Public Enemies - mit Johnny Depp in der Hauptrolle - noch einmal ein Leben ohne Rückschau führen .

In Pedro Almodóvars Melo Zerrissene Umarmungen ist das Kino als Referenzmaschine allgegenwärtig - und natürlich auch Penélope Cruz.

Momma's Man, Azazel Jacobs' hinreißender Film über einen Mittdreißiger, der zurück ins Jugendzimmer zieht, beweist, dass das US-Indie-Kino immer noch Überraschungen parat hält - wogegen der Hollywood-Mainstream mit dem Action-Kracher G. I. Joe erneut Spielzeughelden ins Sommerkinorennen schickt. (kam / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.8.2009)

 

Erstaunlich, dass solche Filmchen noch immer gedreht werden.

Ich hatte gedacht, die Thematik "Verklemmter Mensch aus dem nordisch-protestantischen Kulturkreis muss sich im chaotisch-fröhlichen (Süd)Italien zurechtfinden" sei längst ausgelutscht.
Pech gehabt! Laufend kommen neue Filme heraus, die dieses Muster wiederbeleben. Vor ein paar Jahren etwa Diane Keaton in der Toscana. Nun ein verklemmter Piefchinese.
Was die langweiligste Lösung ist. Denn Deutsche haben schon in Österreich Anpassungsschwierigkeiten - wie soll das dann erst im Mezzogiorno sein?
Wenn das Thema wenigstens intelligten behandelt würde. Aber nein - Klischee türmt sich auf Klischee.
Gääääähn. Der einzige, der aus dem Thema wirklich etwas gemacht hat, war David Lean (mit Katherine Hepburn, die nach Venedig kommt).

naja das buch war ein erfolg deshalb wirds gedreht

und das buch handelt von einer wahren geschichte, die im film dann etwas überdreht dargestellt wird

wobei noch eingewendet werden sollte, dass es durchaus seine ernsten momente hat, die zudem noch klug und einfühlsam, geschrieben sind.

es war diane lane, nicht diane keaton - ansonsten d'accord.

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