Wie wir lernten, das Hörspiel zu lieben

5. August 2009, 17:53
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Zehnteilige FM4-Satire "Unteraltschach" mit Gerald Votava, Clemens Haipl, Martin Puntigam, Christoph Grissemann

Was muss man tun, um in Zeiten heftigen Spardrucks eine zehnteilige Hörspielsatire - noch dazu im musikaffinen FM4 - durchzubringen? „Ich habe bei der Sitzung sehr vehement Erdbeeren mit Schlagobers gegessen", schildert Autor Albert Farkas. "Programmauftrag, Bildungsauftrag und Kulturauftrag", steuert Regisseur Lukas Tagwerker hilfreiche Argumente bei, die bei solchen Verhandlungen überzeugen.

Unteraltschach oder Wie wir lernten, die Seuche zu lieben erzählt ab 6. August, dienstags und donnerstags ab 21 Uhr die Geschichte jugendlichen Aufstands. Gerald Votava, Clemens Haipl, Martin Puntigam, Christoph Grissemann sorgen für stoasteirische Brachialromantik im Nahebereich von Projekt X und Salon Helga.

In der ländlichen Idylle der weststeirischen Gemeinde Unteraltschach wiehern Pferde, läuten Kirchenglocken und muhen Kühe wie eh und je - doch darunter gärt es. Subversiver Widerstand droht von innen: In der ersten Folge retten die aufmüpfigen Unteraltschacher Jugendlichen ein geschundenes Schwein im Mastbetrieb.

Stolz auf Österreich

Und so gefallen sich Farkas und Tagwerker im Aberwitz, auch im Gespräch mit dem STANDARD: den Jugendlichen „einen Grund geben, auf Österreich stolz und glücklich zu sein, mit dem guten Sozialsystem, das wir haben und der repräsentativen Demokratie". Sie möchten "zeigen, was Jugendliche in Österreich erreichen können im Gegensatz zu Burma, Nordkorea und Simbabwe. Die Aussage des Hörspiels soll ein verantwortungsvoller Umgang miteinander und mit dem größeren Ganzen sein", erklärt Farkas. Zudem wurde mit Unteraltschach „kein Cent des Gebührenzahlers verschwendet". Und, ja natürlich gebe es das Dorf Unteraltschach wirklich: "Westlich der Steiermark, südlich von Oberösterreich, westlich von Salzburg und nördlich von Kärnten", grenzt Farkas zuvorkommend ein. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 6.8.2009)

  • Ort jugendlichen Aufbegehrens und subversiven Widerstands: Ja, Unteraltschach gibt es wirklich.
    foto: fm4

    Ort jugendlichen Aufbegehrens und subversiven Widerstands: Ja, Unteraltschach gibt es wirklich.

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