OMV-Chef wehrt sich

6. August 2009, 17:29
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Die Staatsanwaltschaft Wien prüft die Anzeige der Finanzmarkt­aufsicht gegen Ruttenstorfer

Wien - Die OMV hat den von der Finanzmarktaufsicht (FMA) erhobenen Vorwurf des Insiderhandels gegen OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer am Donnerstag erneut zurückgewiesen. Ruttenstorfer habe die am 23. März 2009 gekauften 26.500 OMV-Aktien nicht zu Spekulationszwecken erworben, sondern im Rahmen des von der OMV im März eingeführten langfristigen Incentive-Programms, das eine mindestens dreijährige Behaltefrist vorsehe, sagte OMV-Sprecherin Michaela Huber.

Das Stock-Options-Programm der OMV sei an ein bestimmtes Eigeninvestment der Vorstandsmitglieder geknüpft, heißt es. Da Ruttenstorfer nicht über die erforderliche Aktienanzahl verfügt habe, habe er eben Aktien zugekauft.

Bitterer Gewinn

Hintergrund der FMA-Anzeige: Ruttenstorfer hatte noch am 23. März dem Nachrichtenmagazin Profil erklärt, die OMV habe nicht vor, ihre Beteiligung am ungarischen Öl- und Gaskonzern Mol in diesem Jahr zu verkaufen. Nur wenige Tage später - am 30. März - verkaufte die OMV ihre Mol-Anteile dann doch, worauf die OMV-Aktie um 3,33 Prozent auf 25,10 Euro zulegte. Hätte der OMV-Chef seine Aktien verkauft, hätte er einen stattlichen Gewinn eingefahren. Einen Verkauf der Aktien hat Ruttenstorfer nicht durchgeführt, es reicht jedoch "der Versuch, mit Insiderinformationen einen Vermögensvorteil zu erzielen" , erklärt ein Sprecher der FMA den Grund der Anzeige. Für Ruttenstorfer gilt die Unschuldsvermutung.

Nachdem die FMA am Dienstag ihre Anzeige gegen Ruttenstorfer erstattet hat, ist nun die Staatsanwaltschaft am Zug. Sie muss prüfen, ob weitere Einvernahmen oder gar Hausdurchsuchungen notwendig sein werden, will sich aber nicht in die Karten schauen lassen, was ihre weitere Vorgangsweise betrifft. Vom Ergebnis der laufenden Prüfung werde es dann abhängen, ob ein Strafantrag gegen Ruttenstorfer eingebracht wird, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Gerhard Jarosch.

Die OMV-Aktie hat auf die Berichte über die FMA-Anzeige empfindlich reagiert - sie verlor zeitweise mehr als sechs Prozent. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.8.2009)

 

 

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