Großayatollah kritisiert Verfahren gegen Demonstranten

5. August 2009, 16:26
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Montazeri spricht von "Schauprozess"

Teheran - Im Iran hat der einflussreiche Großayatollah Hossein Ali Montazeri den Prozess gegen regierungskritische Demonstranten scharf kritisiert und als "Schauprozess" bezeichnet. Das Verfahren erinnere die Menschen an die Gerichte von Machthabern wie Josef Stalin in der Sowjetunion oder Saddam Hussein im Irak, erklärte der reformorientierte schiitische Geistliche am Dienstag auf seiner Internetseite. Die rund 100 Angeklagten seien zu "unreligiösen, illegalen und unmoralischen" Geständnissen gezwungen worden.

Durch falsche Geständnisse könne jedoch keines der zahlreichen Probleme der Landes gelöst werden, erklärt Montazeri. Sie würden vielmehr für neues Misstrauen, Ärger und Empörung sorgen und die gegenwärtige Krise noch verschlimmern. Am Samstag hatte in Teheran der Prozess gegen rund hundert Demonstranten begonnen, die nach Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinejad festgenommen worden waren.

Montazeri gilt als Gegenspieler des ultrakonservativen geistlichen Führers des Landes, Ayatollah Ali Khamenei. Er hatte die iranische Führung bereits Ende Juni davor gewarnt, weiter friedliche Proteste zu unterdrücken. Die Demonstranten warfen der Führung des Landes vor, den Sieg von Präsident Mahmoud Ahmadinejad bei den Präsidentschaftswahlen am 12. Juni durch Betrug gesichert zu haben. (APA)

 

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