Epilepsie bei Mäusen gestoppt

8. August 2009, 11:12
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Für Anfälle entscheidendes Gen identifiziert

Leeds - Wissenschaftler der University of Leeds haben einerseits ein für epileptische Krämpfe bei Mäusen verantwortliches Gen identifiziert und es andererseits geschafft, dass das fehlerhafte Gen nicht an die nächste Generation vererbt wurde. Das entscheidende Gen (Atp1a3) reguliert die Werte von Chemikalien wie Natrium und Kalium in den Gehirnzellen. Es wird seit langem vermutet, dass ein Ungleichgewicht dieser beiden Stoffe für einen Teil der Epilepsie-Erkrankungen verantwortlich ist. Die in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichte Untersuchung macht Hoffnung auf neue Behandlungsansätze.

Untersuchungen

Das Team um Steve Clapcote konzentrierte sich auf Myshkin-Mäuse, die zu Anfällen neigen. Es wies nach, dass jene Tiere Anfälle hatten, die über eine bestimmte fehlerhafte Version von Atp1a3 verfügten. Diese Tiere reagierten auf die Behandlung mit der häufig eingesetzten Valproinsäure - litten also tatsächlich an einer Form von Epilepsie.

In einem nächsten Schritt züchteten die Wissenschaftler Tiere mit einer zusätzlichen normalen Kopie von Atp1a3. Diese Tiere waren absolut gesund - das zusätzliche Gen wirkte bei den Nachkommen gegen das fehlerhafte Gen.

Umsetzung

Derzeit untersucht das Team DNA-Proben von Epilepsie-Patienten. Sie wollen die Frage klären, ob der Gendefekt auch beim Menschen eine Rolle spielt. Das menschliche Atp1a3-Gen stimme immerhin zu mehr als 99 Prozent mit dem der Mäuse überein. (red/pte)

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