ORF attestiert Dörfler "historischen Irrtum"

5. August 2009, 14:54
14 Postings

ORF-Vorgänger RAVAG sendete nicht aus einstigem Nazi-Luftschutz-Stollen

Mit der historischen Wahrheit nicht ganz genau hat es offenbar Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) bei seiner ORF-Kritik im Zusammenhang mit der geplanten Haider-Ausstellung in Klagenfurt genommen. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte in seinem Kulturmontag über die dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann in einem ehemaligen Luftschutz-Stollen der Nationalsozialisten gewidmete Schau berichtet. Beim BZÖ sah man sich durch den ORF-Beitrag ins "braune Eck" gedrängt.

Dörfler fand dies umso empörender, als "in der ersten Zeit des Rundfunks in Kärnten, beginnend mit 8. Mai 1945 aus eben diesem Stollen von der RAVAG, der Vorgängerin des ORF, Radio gesendet wurde". Die RAVAG hat freilich 1938 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten zu existieren aufgehört und ging im "Großdeutschen Rundfunk" auf. Nach 1945 konnte die RAVAG deshalb im Felsenstudio Kreuzberg gar nicht mehr auf Sendung gehen. Bis zur Errichtung eines eigenen Funkhauses erfolgte der provisorische Betrieb dort vielmehr durch die "Sendergruppe Alpenland" der britischen Besatzungstruppen. Der ORF wurde schließlich 1955 gegründet. Im ORF spricht man denn auch von einem "historischen Irrtum" Dörflers. (APA)

Zum Thema
BZÖ über "Kärnten-Beschimpfung" erzürnt - Partei kritisiert Beitrag über Haider-Ausstellung und wird Popularbeschwerde einbringen - Scheuch: "Überlegen, die Bezahlung der GIS-Gebühren zu bestreiken"

Share if you care.