Bürger gehen auf Streife

5. August 2009, 13:02

Mit Taschenlampen und Mobiltelefonen ausgerüstet - Sollen der Polizei Vorkommnisse anzeigen - Die Polizeigewerkschaft ist besorgt

Rom - Erstmals in Italien werden ab dem kommenden Samstag Bürgerstreifen in den Gemeinden zum Einsatz kommen dürfen. Das italienische Parlament hat kürzlich ein umstrittenes Sicherheitsdekret verabschiedet, das Bürgerwehren legalisiert. Innenminister Roberto Maroni will noch diese Woche das Dekret mit den Regeln unterzeichnen, an die sich die freiwilligen Mitglieder der Bürgerstreifen halten müssen. Diese sollen der Polizei Vorkommnisse anzeigen, die die städtische Sicherheit beeinträchtigen oder Situationen sozialen Unbehagens schaffen können.

"Es gibt klare und strenge Regeln, die respektiert werden müssen. Erstens wird es nur dann Bürgerstreifen geben, wenn das Stadtoberhaupt einer Gemeinde sie für notwendig hält. Der Bürgermeister wird letztendlich bestimmen, ob und wann die Bürgerstreifen eingesetzt werden", erklärte Maroni. Der Polizeichef muss die Liste der Beteiligten an den Bürgerwehren überprüfen. Bürgerstreifen mit politischer Färbung sind strengstens verboten.

Pensionierte Polizisten und Soldaten

Die Bürgermeister, heißt es im Dekret, sollen "bevorzugt" auf pensionierte Polizisten oder Soldaten zurückgreifen. Die Teilnehmer, die mindestens 25 Jahre alt sein müssen, sollen der Polizei Vorkommnisse anzeigen. Bei einem Delikt "in flagranti" dürfen sie jedoch im Einklang mit dem italienischen Strafgesetzbuch den Täter festhalten, bis die Polizei eingreift.

Die weder vorbestraften noch drogenabhängigen Personen dürfen sich nur mit Taschenlampen und Mobiltelefonen ausgerüstet auf Streife begeben. Sie müssen unbewaffnet sein und dürfen keine Fesseln, Handschellen, oder Sprays zur Selbstverteidigung benutzen. Sie werden nur an einer gelben Leuchtjacke erkennbar sein und dürfen weder paramilitärische Uniformen tragen, noch in Fahrzeugen patrouillieren.

Ein Register der Freiwilligen wird in der Präfektur jeder Provinzhauptstadt aufliegen. Die Bürgerwehren müssen genau melden, wo und in welchen Stunden sie in ihrer Gemeinde zum Einsatz kommen. Die Legalisierung der Bürgerwehren ist in einem umstrittenen Gesetz zur Bekämpfung der Kriminalität und der illegalen Migration enthalten, die vom Parlament im Juli verabschiedet worden ist.

Polizeigewerkschaft besorgt

Die Gewerkschaft der italienischen Polizei zeigte sich besorgt. "Die Gefahr ist, dass spontane Milizen ohne jegliche Kontrollen entstehen", sagte ein Polizeisprecher. Maroni verteidigte die Bürgerstreifen. Ihre Einführung bedeute keineswegs ein Abgehen vom Rechtsstaat. "Wir wollen, dass die Bürger sich für die Sicherheit in ihren Gemeinden engagieren können", so der Minister. (APA)

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
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In der DDR hat man diese Personen "Stasi" genannt ...

... aber offensichtlich schützt uns die EU weder vor dem Überwachungsstaat, noch vor einer neuen DDR brauner Prägung.

Unzeit-gemäß
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Sichwort "Situationen sozialen Unbehagens"

Ich empfehle jedem, der etwas Italienisch versteht, sich mal diesen Mitschnitt einer Lega-Nord-Veranstaltung anzusehen:

http://www.youtube.com/watch?v=bA-f9i8DYmk

Und genau DIES sind die Leute, die ab jetzt auf der Piazza Sheriff spielen dürfen (die "Bürgerwehren" sind ja v. a. das Projekt der Lega Nord).

Le parapluie a un motif floral
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Also doch ohne Armschleife.

Da werden einige Begeisterte aber entsetzt sein!

-Nathan-
 
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Aktionsgruppe "Licht ins Dunkel"...

Toporosso
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14.9.2009, 16:33

Etwas Licht hat man sich für die faschistischen Hohlbirnen immer schon gewünscht, alleine, es war meist vergeblich, da es in denen nichts gab, was es reflektieren hätte können.

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