Betrug bei deutscher Verschrottungsprämie

5. August 2009, 17:32
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Autohändler schlagen Kapital aus der Aktion: Laut deutschem Kripo-Verband wurden bis zu 50.000 Schrott-Autos weiterverkauft

Berlin/Wien - Die Schrottprämie für ausrangierte Autos zieht Betrüger an, zumindest in Deutschland. Autohändler sollen dort bis zu 50.000 Fahrzeuge, für die eine Prämie bezahlt wurde und die zur Verschrottung bestimmt waren, kurzerhand ins Ausland weiterverkauft haben.

Nach aktuellen Schätzungen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter wurden fünf bis zehn Prozent der angeblich verschrotteten Autos nach Osteuropa und Afrika transportiert. Die organisierten Recycler machten damit gute Geschäfte, ärgert sich Wilfried Albishausen, Vizechef des Kripo-Verbandes in einem Bericht der Bild-Zeitung. Albishausen hat bereits im Frühjahr vor Betrug gewarnt. Zur Bekämpfung von Missbrauch müssen Autokäufer in Deutschland seit März beim Antrag auf Abwrackprämien den entwerteten Fahrzeugbrief des Altautos im Original einreichen.

Sammelorganisationen

Auch manch betagtes Auto aus Österreich landet in Afrika. Eigene Sammelorganisationen haben sich auf die Containerfuhren spezialisiert. Der Wert der Fahrzeuge übersteigt jedoch selten 300 Euro, sind sich Branchenkenner sicher.

Betrug lasse sich auch in Österreich nie ganz ausschließen, sagt ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz, dass das in großem Stil passiert sei, aber sehr wohl. Anders als in Deutschland müsse hier ein Auto dreizehn und nicht neun Jahre alt sein, um reif für die Verschrottungsprämie zu sein. Diese sei mit 1500 Euro zudem um 1000 Euro niedriger. Und die Verschrottung selbst unterliege strengeren Auflagen, sie sei weit genauer geregelt. "Die Bedingungen hier sind völlig andere." Unter dem Strich wurden in Österreich 30.000 Prämien ausbezahlt. (vk, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 6.8.2009)

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    So hätten sie eigentlich aussehen sollen: Zur Verschrottung gedachte Autos wurden aber weiterverkauft.

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