Swiss Re im zweiten Quartal unerwartet mit Verlust

5. August 2009, 08:14
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381 Mio. Franken Quartalsverlust - Analysten hatten einen Gewinn erwartet

Zürich - Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re hat das zweite Quartal entgegen den Analystenerwartungen mit einem Verlust von 381 Millionen Franken (249 Millionen Euro) abgeschlossen. Soliden operativen Erträgen im Kerngeschäft standen Bewertungsverluste auf Absicherungsgeschäfte und Wertberichtigungen gegenüber, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte Swiss Re noch einen Gewinn von 564 Millionen Franken erzielt.

Mit neuartigen Finanzprodukten verspekuliert

Die Nummer zwei der Branche war 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht, weil sie sich mit neuartigen Finanzprodukten verspekuliert hatte, und musste sich vom US-Investor Warren Buffett frisches Kapital besorgen. Die Unternehmensführung wurde ausgewechselt und der neue Konzernchef Stefan Lippe rief die Rückbesinnung auf das angestammte Rückversicherungsgeschäft aus.

Branchenprimus Münchener Rück hatte am Dienstag nach einem unerwartet starken Gewinnplus im zweiten Quartal für das gesamte Jahr einen deutlichen Gewinnanstieg auf rund 2,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Swiss Re verbuchte im Zeitraum April bis Juni erneut gut 2,1 Milliarden Franken Bewertungsverluste auf Unternehmensanleihen und Wertberichtigungen.

Die verdienten Prämien erhöhten sich im Berichtsquartal gegenüber dem Vorjahr leicht um ein Prozent auf 6,2 Milliarden Franken, wobei die größten Sparte Sachversicherung rentabler war. Die entsprechende Kennzahl, der Schaden-Kosten-Satz, sank um 0,6 Prozentpunkte auf 89,4 Prozent.

Swiss-Re-Konzernchef Stefan Lippe zeigte sich zuversichtlich, dass die Gesellschaft die angepeilten Ziele erreichen wird. 2009 dürften die Kosteneinsparungen 150 Millionen Franken übersteigen und damit über Plan liegen. Swiss Re strebt bis Ende 2010 Kosteneinsparungen von 400 Millionen Franken an. Die Kapitalausstattung soll für ein AA-Rating ausreichen. Ende Juni lag das Kapital, so Swiss Re, um 4,5 Milliarden Franken über dem dafür erforderlichen Niveau. Das Eigenkapital lag bei 23,8 Milliarden Franken. Die Solvenz-Quote, eine Kennzahl dafür, wie gut die Zahlungsverpflichtungen mit Eigenmitteln unterlegt sind, betrug 186 Prozent.

Analysten hatten im Schnitt mit 139 Mio. Franken Quartalsgewinn, 6,18 Mrd. Franken Prämienvolumen und einem Schaden-Kosten-Satz von 93,5 Prozent gerechnet. (Reuters)

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