Konsumflaute trifft Adidas-Gewinn hart

5. August 2009, 08:55
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Reebok bleibt mit neuen Verlusten Sorgenkind - Besserung beim Gewinn im zweiten Halbjahr erwartet

München - Der deutsche Sportartikel-Hersteller Adidas konnte sich im zweiten Quartal erneut der Konsumflaute nicht entziehen, verhinderte aber ein Abrutschen in die Verlustzone. Der Konzerngewinn brach im abgelaufenen Quartal um 93 Prozent auf 9 Mio. Euro ein, wie der Branchenzweite nach US-Marktführer Nike am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Schnitt sogar mit einem Verlust von 5 Mio. Euro gerechnet. Der Umsatz lag mit 2,45 Mrd. Euro leicht über den Markterwartungen, aber ohne Währungseffekte acht Prozent unter Vorjahr.

Im zweiten Halbjahr 2009 rechnet Adidas mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach mit einer deutlichen Besserung beim Gewinn, allerdings nicht oberhalb der Werte des Vorjahres. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die Talsohle in unseren Finanzergebnissen dieses Jahr durchschritten haben", sagte Vorstandschef Herbert Hainer.

Adidas stellt sich auf eine niedrigere Rendite ein. Im ersten Halbjahr lag die operative Marge nur noch bei 2,6 Prozent - sieben Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Die Vorräte des Konzerns stiegen weiter an. Der Umsatz dürfte im Gesamtjahr währungsbereinigt um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz fallen, wie Hainer bekräftigte.

Fortschritte bei der krisengeplagten US-Tochter Reebok, die schon vor der Rezession mit Problemen kämpfte, lassen weiter auf sich warten. Der Reebok-Umsatz fiel im Zeitraum April bis Juni ohne Währungseffekte um neun Prozent auf 449 Mio. Euro, der Betriebsverlust summierte sich auf 51 Mio. Euro. Hainer hatte der Tochter, die 2006 für gut drei Mrd. Euro übernommen wurde, immer wieder eine Bestandsgarantie ausgesprochen.

Reebok-Produkte sollten teurer und margenstärker werden, so der Plan des Adidas-Managements. Der Fokus wird stärker auf Frauen und Fitness gelegt. Trotzdem wird nun damit gerechnet, dass die Erlöse im Gesamtjahr währungsbereinigt zurückgehen und nicht mindestens stabil bleiben, wie zuletzt prognostiziert. (APA/Reuters)

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