Opel-Betriebsrat kritisiert Merkel

5. August 2009, 07:52
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Wie Belegschaft und Länder bevorzugt auch die deutsche Regierung das Angebot des austro-kanadischen Zulieferers Magna

Berlin - Der Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen der schleppenden Verhandlungen über den Verkauf des Rüsselsheimer Autobauers kritisiert. "Merkel ist zu ruhig", sagte Einenkel der Rheinischen Post. "Sie lässt die Ministerpräsidenten im Kampf um Opel allein."

Zudem habe er große Sorgen, dass die Berliner Regierung die Entscheidung auf die Zeit nach der Bundestagswahl vertage, sagte Einenkel weiter. Dann müsse die Regierung keine Rücksicht mehr auf die 25.000 Opel-Arbeitnehmer in Deutschland und die Beschäftigten der Zulieferer nehmen. "Wir haben große Befürchtungen, dass eine neue Bundesregierung sich für einen Investor mit einem für die Arbeitnehmer schlechteren Konzept oder gar für die Insolvenz entscheidet."

Die Arbeitnehmer haben Widerstand für den Fall angekündigt, dass der belgische Finanzinvestor RHJ International den Zuschlag erhält. Die Bundesländer mit Opel-Standorten haben zudem für diesen Fall damit gedroht, ihre Zusage finanzieller Garantien zurückzunehmen. Wie Belegschaft und Länder bevorzugt auch die Berliner Regierung bisher das Angebot des austro-kanadischen Zulieferers Magna. Die Gespräche über den Investor mit der ehemaligen Opel-Mutter General Motors sind in dieser Woche auf die Zielgerade eingebogen. (Reuters)

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