Washington kritisiert Nairobi wegen fehlenden Gerichtshofs nach Unruhen

4. August 2009, 23:46
posten

Hillary Clinton zum Auftakt ihrer Afrika-Reise in Kenia

Nairobi - Die USA haben die kenianische Regierung kritisiert, nach den blutigen Ausschreitungen im Dezember 2007 keinen unabhängigen Gerichtshof zur Untersuchung einsetzen zu wollen. Dies sei für die kenianische Bevölkerung kein "glaubwürdiger Ansatz", hieß es in einer am Dienstag von der US-Botschaft in Nairobi veröffentlichten Erklärung vor einem Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton. Der US-Staatssekretär für Afrika, Johnnie Carson, forderte Kenia auf, mehr gegen die Korruption tun. "Die Korruption ist ein Krebsgeschwür, dass die Gesellschaft durchzieht", sagte er.

Mit einer Rede vor einem Wirtschaftsforum in der kenianischen Hauptstadt wollte Clinton am Mittwoch das offizielle Programm ihrer elftägigen Afrika-Reise beginnen. Clinton, die seit Dienstagabend in Nairobi ist, will ihre Besuche in insgesamt sieben Ländern des Kontinents nutzen, um über wirtschaftliche Entwicklung, Menschenrechte, Sicherheitsfragen und die Lösung von Konflikten zu sprechen. Nach Kenia stehen Visiten in Südafrika und Nigeria auf dem Programm, außerdem will Clinton die früheren Bürgerkriegsländer Angola, die Demokratische Republik Kongo und Liberia besuchen. Letzte Station der Ministerin sollen die Kapverdischen Inseln sein.

Bei Ausschreitungen nach den umstrittenen Wahlen Ende Dezember war Kenia in Chaos und Gewalt versunken: Rund 1500 Menschen wurden getötet, 300.000 ergriffen die Flucht. Tausende leben noch in Flüchtlingslagern. (APA)

Share if you care.