Regierung will Gesetz zum Bankgeheimnis ändern

4. August 2009, 23:32
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Um Vertuschung von Missbrauch auf dem Finanzmarkt zu verhindern

Reykjavik - Die isländische Regierung will nach dem Bekanntwerden einer Liste mit Krediten für Großaktionäre der verstaatlichten Kaupthing-Bank ein Gesetz zum Bankgeheimnis ändern. In einer Zeit, wo Offenheit und Transparenz gefordert seien, dürfe das Gesetz nicht dazu benutzt werden, um Missbrauch auf dem Finanzmarkt zu verheimlichen, sagte die neue Regierungschefin Johanna Sigurdardottir am Dienstag vor Journalisten in der isländischen Hauptstadt Reykjavik.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die im Herbst verstaatlichte Kaupthing-Bank kurz vorher mehreren Großaktionären Kredite ohne Sicherheiten in Millionenhöhe ausgezahlt hatte. Das Dokument, das auf der Website Wikileaks veröffentlicht wurde, ist demnach auf den 25. September vergangenen Jahres datiert. Kaupthing hatte mit Verweis auf das Bankgeheimnis gegen die Veröffentlichung des rund 200-seitigen Dokuments protestiert.

Island hatte die drei von der Finanzkrise schwer getroffenen Banken Islandsbanki, New Kaupthing und New Landsbanki im Oktober verstaatlicht und so vor dem Zusammenbruch bewahrt. Die stark von den Finanzinstituten abhängige Wirtschaft des Landes litt so schwer, dass die Regierung zurücktreten musste. (APA)

 

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