Zelaya beginnt "diplomatischen Kreuzzug"

4. August 2009, 20:12
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Präsident will Widerstand gegen Putschregierung fortsetzen

Mexiko-Stadt - Der vor über einem Monat gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya hat am Dienstag im Mexiko einen "diplomatischen Kreuzzug" gestartet, um an die Macht zurückzukehren. Bei einem Treffen mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderon verurteilte er erneut den Staatsstreich vom 28. Juni. Er bekräftigte, dass der friedliche Widerstand mit Straßenblockaden, Lehrerstreiks und Demonstrationen gegen die "Diktatur" der neuen honduranischen Führung fortgesetzt werde. Nächste Station der Reise soll Brasilien sein.

Calderon, der den Gast mit militärischen Ehren empfing, forderte die Wiederherstellung der Verfassungsordnung in Honduras und die Wiedereinsetzung Zelayas ins Präsidentenamt. Er warb abermals für den Vermittlungsplan des costa-ricanischen Präsidenten Oscar Arias. Das von Arias vorgelegte "Abkommen von San José" sieht eine Regierung der nationalen Versöhnung in Honduras unter Führung Zelayas, politische Amnestie für alle Vergehen rund um den Staatsstreich und den vorläufigen Verzicht auf eine Verfassungsänderung vor. Diese würde unter anderen die bisher verbotene Wiederwahl des Präsidenten ermöglichen.

Aufbau einer "Volksarmee"

"Ich glaube, dass die Meinung Mexikos in ganz Lateinamerika ein großes Gewicht hat", hatte Zelaya zuvor bei seiner Ankunft gesagt. In den vergangenen Wochen waren bereits zwei Versuche Zelayas gescheitert, in die Heimat zurückzukehren, weil die honduranischen Sicherheitskräfte sich nicht seinem Befehl unterstellten. Seither versucht Zelaya, in Nicaragua nahe der Grenze zu Honduras eine "Volksarmee" aufzubauen, die ihm den Weg nach Tegucigalpa ebnen soll.

Zelaya hat die Vermittlung von Arias als gescheitert bezeichnet. Auch die international nicht anerkannte Übergangsregierung von Roberto Micheletti hat dem Abkommen bisher die Zustimmung verweigert. Sie will Zelaya wegen Verfassungsverstößen festnehmen lassen und vor Gericht bringen, wenn er nach Honduras zurückkehrt. (APA/dpa)

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    Präsident Zelaya in Mexiko

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