Justiz erhebt Anklage nach Unruhen in Uiguren-Provinz

4. August 2009, 19:34
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Kinder der Uiguren-Anführerin beschuldigen Mutter im Fernsehen

Peking - Nach den blutigen Unruhen in der Uiguren-Provinz Xinjiang hat die chinesische Justiz Anklage gegen 83 mutmaßliche Gewalttäter erhoben. Sie sollen wegen Mordes, Körperverletzung, Brandstiftung und Raubes vor Gericht gestellt werden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der Provinzhauptstadt Urumqi berichtete. Wann der Prozess beginnen sollte, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Das chinesische Staatsfernsehen veröffentlichte unterdessen denunzierende Aussagen der Kinder von Uiguren-Anführerin Rebiya Kadeer, die möglicherweise unter Druck entstanden sind. "Den Weg, den meine Mutter gewählt hat, führt in ein bodenloses Loch", sagte der 33-jährige Alim im Staatsfernsehen. Er sitzt momentan wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis.

Vorwürfe gegen Kadeer

Bereits am Montag hatten die chinesischen Staatsmedien zwei angeblich von Kindern von Kadeer verfasste Briefe veröffentlicht, in denen sie ihrer in den USA im Exil lebenden Mutter vorwerfen, für die blutigen Unruhen in Xinjiang verantwortlich zu sein. Bei einem Besuch in Australien sagte Kadeer dem US-Sender Radio Free Asia, ihre Kinder seien zu den Aussagen gezwungen worden.

Nach offizieller Darstellung wurden bei den schwersten Unruhen zwischen Uiguren und Han-Chinesen seit Jahrzehnten in Urumqi 197 Menschen getötet. Uigurischen Dissidenten zufolge hatten chinesische Sicherheitskräfte friedliche Proteste gewaltsam niedergeschlagen. Exil-Uiguren sprechen von deutlich mehr Toten in der ganzen Provinz. (APA)

 

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