Die Beobachterin

4. August 2009, 19:02
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TV-Premiere "Fremd im eigenen Leben" - Am Mittwoch um 23.50 Uhr auf Arte

Anna ist Teil eines internationalen Teams, das in Ägypten Bewässerungsanlagen betreut. Während eines ihrer Aufenthalte dort nimmt sich eine Kollegin das Leben. Die Beweggründe bleiben selbst für deren Angehörige rätselhaft. Aber für Anna (Maria Kraakman), die wie die Tote zu Hause einen Mann und einen kleinen Sohn hat, bewirkt dieses Ereignis eine nachhaltige Irritation ihrer scheinbar aufgeräumten Existenz in einer niederländischen Vorstadtsiedlung und als Teil eines bürgerlichen Familienverbandes.

"Fremd im eigenen Leben" war 2005 der zweite Kinospielfilm der inzwischen 41-jährigen Autorin und Regisseurin Nanouk Leopold. Der deutsche Titel versucht eine Beschreibung jener Stimmung, die die fragmentarisch gehaltene Erzählung grundiert. Im Original trägt der Film allerdings nach einem seiner Schauplätze ganz nüchtern den Namen der Kanalinsel Guernsey. Das wiederum verbindet ihn mit dem zwei Jahre später entstandenen Wolfsbergen, der erst kürzlich bei uns im Kino lief:

Beide Filme inszenieren und beschreiben distanziert und genau familiäre Konstellationen im Umfeld eines (angekündigten) Todes. Und Konflikte, die aus der Unvermittelbarkeit individueller Befindlichkeiten und aus ganz konkreten Verletzungen resultieren. Schon in Guernsey spielt dabei die Beziehung zweier Schwestern eine wichtige Rolle, Johanna ter Steege verkörpert die laute, zügellose Bobby, Annas Widerpart. Und schon in Guernsey erweist sich Leopold als eigenwillige Filmemacherin, der aus der Distanz heraus pointierte Nahaufnahmen gelingen. (Isabella Reicher/DER STANDARD; Printausgabe, 5.8.2009)

 

 

 

Mittwoch, Arte, OmU, 23.50

  • Irritationen zeigen erste Wirkung: Anna (Maria Kraakman) und ihr Mann Sebastiaan (Frank Vercruyssen).
    foto: arte

    Irritationen zeigen erste Wirkung: Anna (Maria Kraakman) und ihr Mann Sebastiaan (Frank Vercruyssen).

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