Zu wenige Wetterdaten

4. August 2009, 18:58
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Generell versteht man unter Extremwetterlagen Phänomene, die an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Jahreszeit relativ selten auftreten. Während die Zunahme von sehr heißen Tagen und intensivem Regen über längere Zeitabschnitte gut nachweisbar ist, gibt es für andere Phänomene wie Hagel, Gewitter oder auch Tornados noch wenig Daten - sie werden erst seit kurzem einigermaßen flächendeckend beobachtet. Auch Aussagen über "Jahrhunderthochwasser", die im Schnitt - also über viele Jahrhunderte hinweg betrachtet - einmal in 100 Jahren auftreten können, sind aufgrund der viel zu kurzen Zeitreihen mit Vorsicht zu genießen.

Die automatisierte Messung von Tageswerten bis hin zu sehr kurzen Abschnitten, die eine Bestimmung der Niederschlagsmenge binnen weniger Minuten ermöglicht und gerade für Extremwertanalysen notwendig ist, existiert erst seit den 80er-Jahren. Hinzu kommt, dass viele Wetterstationen im Lauf der Zeit zerstört, verlegt oder mit neuen Systemen ausgestattet wurden, was die Daten verzerrt. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik arbeitet daher an einer Homogenisierung der Tagesdaten ab 1901. (kri/DER STANDARD, Printausgabe, 05.08.2009)

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