Kunst des Übersetzens

4. August 2009, 18:12
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Daniel Kehlmann und Adam Thirlwell diskutieren über (Fehl-)Übersetzungen und generell das Schriftstellerleben

Daniel Kehlmann verantwortet bei den diesjährigen Salzburger Festspielen nicht nur die umstrittene Eröffnungsrede, sondern auch die Reihe Dichter zu Gast. Am Mitwoch spricht Kehlmann (Jahrgang 1975) mit einem anderen Senkrechtstarter der Literatur-Szene, dem Engländer Adam Thirlwell (Jahrgang 1978), der - schon wieder eine Gemeinsamkeit der beiden Autoren - die Kritik mit seinen Arbeiten und Aussagen zuletzt ziemlich gespalten hat.

Mit 24 Jahren schaffte es Thirlwell auf die Liste der 20 besten Nachwuchsschriftsteller des renommierten britischen Literaturmagazins Granta. Erst danach wurde sein Debütroman Politics (deutscher Titel: Strategie) publiziert. Darin geht es um die liebe Müh mit dem Sexleben, insbesondere bei einer Dreierbeziehung. Hinter all den Leibesübungen freilich verhandelt der Autor die Themen Egoismus und Moral.

2007 ist im englischen Sprachraum Thirlwells zweites Buch erschienen: The Delighted States ist keine Fiktion, sondern ein umfangreicher Essay über die Kunst des Übersetzens und ihre Rolle in der Weltliteratur. Eine gelehrte Abhandlung auf den Spuren von Kafka, Flaubert, Nabokov und Kundera, die die Kritik entzweite.

Am Mittwoch diskutieren Kehlmann und Thirlwell über perfekte Übersetzungen, die Rolle von Fehlübersetzungen in der Kulturgeschichte sowie generell das Schriftstellerleben. Was wohl Meisterübersetzer Harry Rowohlt dazu sagen würde? (dog/DER STANDARD, Printausgabe, 5. 8. 2009)

>> Salzburg, Schloss Leopoldskron, 0662/80 45-500. 5. 8., 19.30

  • Adam Thirlwell
    foto: oxonian

    Adam Thirlwell

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