Die Kunst der Kunst

4. August 2009, 17:06
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Kunst gab es schon, als man dafür noch gar keinen Begriff hatte - zumindest aus heutiger Sicht. Jeder sieht sie irgendwie anders. Trotzdem gibt es Kriterien, die alle Kunstwerke erfüllen

Frage: Seit wann bezeichnet man Kunst als Kunst?

Antwort: Man hat erstmals im 15./16. Jahrhundert in Italien Objekte als Kunstwerke bezeichnet. Während des Zeitalters der Renaissance entwickelte sich der Begriff Kunst als Überbegriff für Malerei, Bildhauerei und Architektur. Im 18. Jahrhundert wurde der Kunstbegriff um Musik und Dichtung erweitert. Seitdem spricht man von den "Schönen Künsten". Das Wort Kunst kommt ursprünglich vom Wort "können", es bezeichnete damit das, was man beherrscht.


Frage: Gab es schon Kunst, bevor man dafür einen Begriff hatte?

Antwort: Ja, schon lange. Viele Dinge, die heute als Kunstwerke gelten - wie zum Beispiel antike griechische Töpferei oder die Verzierungen von mittelalterlichen Schriftstücken -, wurden geschaffen, als man diese Dinge also noch gar nicht als Kunstwerke verstand.

Frage: Was ist überhaupt ein Kunstwerk?

Antwort: Ein Kunstwerk besteht im Prinzip aus zwei Grundkomponenten: Es hat zum einen eine bestimmte Form, ein Design, ist aus bestimmten Elementen gemacht. Zum anderen hat ein Kunstwerk auch einen Inhalt. Damit ist die Idee gemeint, die der Künstler darstellen wollte beziehungsweise das, was er dargestellt hat. Die Idee, die dahinter steckt, und das, was tatsächlich zu sehen ist, sind ja nicht immer dasselbe. Wobei es auch ganz unterschiedlich ist, wie der Betrachter, Hörer, Leser ein Kunstwerk wahrnimmt. Der Gehalt eines Kunstwerks ist auch immer von Politik, Gesellschaft, Religion und vielem mehr beeinflusst. (Gudrun Springer; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.6.2009)

 

 

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