OMV: Analysten sehen starke Rückgänge

4. August 2009, 17:04
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Wien - Die Analysten der heimischen Banken erwarten für die am morgigen Mittwoch anstehenden Zahlen für das erste Halbjahr der OMV einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis. Der Umsatz dürfte dem Durchschnitt der Schätzungen von Erste Group und Raiffeisen Centrobank (RCB) zufolge um 32 Prozent auf 8.815,5 Mio. Euro zurückgehen.

Das bereinigte Betriebsergebnis (Clean Ebit) wird im ersten Halbjahr bei 547 Mio. Euro erwartet. Das würde einem Einbruch von 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprechen. Die Prognosen für den Nettogewinn liegen im Schnitt bei 222,5 Mio. Euro und somit fast 80 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1.002,0 Mio. Euro.

Philipp Chladek, Analyst bei der RCB, erwartet keine guten Ergebnisse zum Halbjahr: Die Erwartung der OMV selber ist schon niedriger als die meisten Konsensusschätzungen, so Chladek. Dies könnte daran liegen, dass kalkulatorische Hedgingverluste von 108 Mio. Euro von einigen Analysten ins Finanzergebnis gebucht wurde, jedoch sollte es ins Betriebsergebnis (Ebit) gebucht werden, so der Experte. Zum anderen schaut es für die OMV auch fundamental nicht gut aus.

Im nächsten Jahr strebt die OMV Produktionsraten von 350.000 Barrel Öl-Äquivalent (boe) pro Tag an, wird aber nur ca. 315.000 boe im zum zweiten Quartal erreicht haben. "Ich habe selber mit 324.000 boe pro Tag zum zweiten Quartal gerechnet" so Chladek. Dabei drücken die durch die OPEC künstlich niedrig gehaltenen Förderquoten im OPEC-Mitgliedsland Libyen auf die Produktionszahlen.

Eine Lockerung der Förderquoten könnte das Produktionsvolumen um 10.000 boe am Tag steigern. Neue Ölfelder in Kasachstan könnten ebenfalls 10.000 boe am Tag einbringen. "Doch dann wäre man mit 335.000 boe am Tag noch weit von den angestrebten 350.000 boe am Tag entfernt - zudem geht die Ölproduktion in Rumänien weiter zurück", unterstrich Chladek. "Auch die Gasverkäufe werden unter Druck geraten, da die Düngemittelindustrie in Rumänien aktuell still steht", so der Analyst. Die Düngemittelindustrie ist der größte Gasabnehmer in Rumänien.  (APA)

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