Usbekistan verurteilt geplante russische Militärbasis im Nachbarland

4. August 2009, 15:44
3 Postings

Außenministerium in Taschkent: Truppen könnten ganze Region destabilisieren

Almaty - Usbekistan hat die russischen Pläne zur Eröffnung eines zweiten Militärstützpunkts im Nachbarland Kirgistan scharf kritisiert und damit eine wachsende Kluft in der Beziehung zu Moskau signalisiert. Zusätzliche russische Truppen nahe der usbekisch-kirgisischen Grenze könnte die gesamte Region destabilisieren, erklärte das usbekische Außenministerium am Montagabend.

Die Stationierung russischer Soldaten im Süden des Landes könnten zu einer "stärkeren Militarisierung" führen und "verschiedene ethnische Konflikte auslösen," hieß es aus dem Außenministerium. Außerdem befürchtet Usbekistan die Stärkung "radikaler extremistischer Kräfte" und somit eine drohende Destabilisierung der gesamten Region.

Annäherung und Distanzierung

Kirgistan hat sich mit Moskau darüber geeinigt, dass Russland einen zweiten Militärstützpunkt im Land errichten wird. Die endgültige Lage und Größe der Militärbasis ist noch nicht bekannt, sie soll jedoch im Süden Kirgistans und somit in der Nähe der Grenze zu Usbekistan entstehen.

Die frühere Sowjetrepublik Usbekistan hatte sich 2005 an Russland angenähert, nachdem der Westen das brutale Vorgehen der usbekischen Regierung gegen Demonstranten kritisiert hatte. In den vergangenen Jahren versuchte Usbekistan jedoch, seine Beziehungen zu den USA wieder zu verbessern und distanzierte sich zunehmend von Moskau. Heuer hat die frühere Sowjetrepublik Washington erlaubt, Lieferungen für seine Truppen in Afghanistan durch ihr Territorium zu transportieren.

In Kirgistan betreiben die USA seit 2001 den Stützpunkt Manas nahe der Hauptstadt Bischkek, der wichtig für den Nachschub nach Afghanistan ist. Die kirgisische Regierung in Bischkek hatte im Februar angekündigt, der Stützpunkt müsse bis zum 18. August geschlossen werden. Nachdem sich die USA bereiterklärten, nunmehr dreimal so viel wie bisher für die Basis zu zahlen (60 Millionen Dollar jährlich/rund 42,6 Millionen Euro), erlaubte Bischkek, den Weiterbetrieb: Offiziell als Transitzentrum für den Transport nicht-tödlicher Militärgüter.

Russland hatte die Anwesenheit von US-Truppen in Kirgistan, das es als seinen strategischen Vorhof betrachtet, mit Argwohn verfolgt. Als Kirgistan die Schließung der US-Basis ankündigte, hatte es gerade in Moskau die Zusage über einen Kredit von zwei Milliarden und Direkthilfen von 150 Millionen Dollar (119 Mio. Euro) erhalten. Ein Zusammenhang wurde von beiden Seiten verneint. (AP/Reuters)

 

Share if you care.