Nerven-Wachstumsfaktor stoppt Absterben der Sehzellen

4. August 2009, 14:01
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Italienische Forscher testeten Augentropfen an Ratten - Auch bei menschlichen Patienten trat Besserung ein

Washington - Augentropfen, die mit einer Substanz zur Wachstums-Anregung von Nervenzellen versetzt sind, könnten die Zerstörung von Sehzellen bei Glaukompatienten zumindest verlangsamen, wie Tests gezeigt haben. Das berichten italienische Wissenschafter nach Untersuchungen an Ratten und ersten Patienten in den Proceedings der amerikanischen Akademie der Wissenschaften (online vorab).

Das Absterben der Sehzellen oder Sehnerven, auch "Grüner Star" genannt, kann viele Ursachen haben. Der größte Risikofaktor ist eine Erhöhung des Drucks in den Augen. Glaukome sind eine der Hauptursachen für Erblindung.

Stefano Bonini und seine Mitarbeiter vom Institut für Augenheilkunde der Universität Rom erhöhten bei Laborratten künstlich den Augen-Innendruck und schädigten so die Sehzellen - ähnlich wie bei einer Glaukom-Erkrankung. Die Hälfte der Tiere bekam dreimal täglich Augentropfen, die eine geringe Menge eines Nerven-Wachstumsfaktors enthielten. Bei diesen Ratten starben etwa ein Viertel weniger Sehzellen ab als bei den Kontrolltieren.

Daraufhin gaben die Forscher die Tropfen auch drei Patienten, bei denen der Augendruck stabilisiert worden war, die Sehzellen aber dennoch weiterhin abstarben - so dass eine Erblindung unvermeidlich schien. Bei zwei der Patienten verbesserte sich die Sehfähigkeit innerhalb von drei Monaten, beim dritten blieb sie immerhin konstant.

Durch die Blut-Hirn-Schranke

Der Nerven-Wachstumsfaktor sei demnach trotz der äußerlichen Anwendung durch die sehr selektive Blut-Hirn-Schranke bis zu den Nervenzellen gelangt und habe dort gewirkt, schreiben die Forscher. Das lasse auf eine neue Therapie von Glaukomen hoffen. (red/APA)

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