Polizei: 13-jährige Tochter hat Angreifer gesehen

4. August 2009, 13:06
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Das Mädchen liegt derzeit schwer verletzt im Krankenhaus

Die ungarische Polizei sieht den Mord an einer 45-jährigen alleinerziehenden Mutter als Teil einer seit etwa einem Jahr andauernden Angriffswelle auf Roma. Der ungarische Polizeipräsident Jozsef Bencze erhöhte unterdessen auf Anraten von Justizminister Tibor Draskovics die auf die Mörder ausgesetzte Prämie von 50 auf 100 Millionen Forint (auf 376.364 Euro), berichtete die Online-Ausgabe der Zeitung "Nepszabadsag".

Unterdessen haben Ermittlungen der Polizei ergeben, dass die 13-jährige Tochter der ermordeten Frau die Angreifer höchstwahrscheinlich gesehen hat. Das Mädchen liegt derzeit schwer verletzt im Krankenhaus. Ärzte schließen nicht aus, dass die Erinnerung des Mädchens zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorgerufen werden könnte. Die 13-Jährige steht derzeit unter Schock, weshalb sie zur Zeit nicht einvernommen werden kann. Angesichts der schweren Kopfverletzungen, die das Mädchen erlitten hat, rechnen die Ärzte mit bis zu einer sechswöchigen Behandlungsdauer, meldete die Nachrichtenagentur MTI.

Die 45-jährige Frau wurde bei dem Angriff im nordostungarischen Ort Kisleta in der Nacht auf Montag erschossen, ihre 13-jährige Tochter schwer verletzt. Seit rund einem Jahr kommt es in Ungarn immer wieder zu aufsehenerregenden Angriffen auf Roma-Familien. Zuletzt war im April ein Mann im ostungarischen Tiszalök vor seinem Haus erschossen worden. Besonderes Entsetzen hatte ein Anschlag im Februar im zentralungarischen Tatarszentgyörgy ausgelöst, bei dem ein fünfjähriges Kind und dessen Vater getötet wurden. (APA)

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