Die Leiden des Steve B.: Open Source und das Gesetz

04. August 2009 12:37

Bericht an die Finanzbehörde listet all jene Gründe auf, die als Gefahr für das Geschäftsmodell des US-Softwarekonzerns gelten

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat in einem Bericht an die US-Finanzbehörde SEC jene Risikofaktoren aufgelistet, die eine Gefahr für das eigene Geschäftsmodell bedeuten und aus Sicht des Unternehmens die Gründe für die rund 30 Prozent Umsatzeinbruch im letzten Quartal sind.

Open Souce und "Partner"

In diesem Bericht listet der Konzern die Risikofaktoren und stärksten Wettbewerber auf. Es finden sich darunter sowohl Linux- und Open-Source-Unternehmen, wie auch eigene Partner, wie etwa HP und Intel. Das Wachstum von Apple in den USA wertet Microsoft ebenso als negativ wie die zunehmende Beliebtheit von Linux in Unternehmen. So heißt es etwa: "Das Linux Betriebssystem, das ohne Bezahlung unter einer General Public License verfügbar ist, hat an Akzeptanz gewonnen, besonders in aufstrebenden Märkten." Dafür verantwortlich zeichnen der  gestiegene Kostendruck sowie neue preiswerte PCs, die von den Hardware-Hersteller mit anderen Betriebssystemen ausgeliefert werden.

Alternativen

Doch nicht nur Firmen, wie Red Hat und Canonical, die namentlich genannt werden, auch Community-Projekte werden als Gefahr für das Geschäftsmodell gewertet. Auch Partner würden gegen Microsoft arbeiten: "Partner wie Hewlett-Packard und Intel haben aktiv an alternativen, Linux-basierten Betriebssystemen gearbeitet."

Patentansprüche

Wenig verschleiert gibt Microsoft auch zu verstehen, dass man seine Patentansprüche mit allen Mitteln durchsetzen werde, sofern Firmen diese für ihre Zwecke nutzen würden: "Diese Firmen (Open Source-Unternehmen, Anm.d.Red.) tragen nicht die vollen Kosten der Forschung und Entwicklung der Software. Einige dieser Firmen könnten auf Microsoft-Ideen beruhen, die wir ihnen in Zusammenhang mit unseren Interoperabilitäts-Initiativen kostenlos oder zu niedrigen Gebühren zur Verfügung stellen."

Piraten und das Gesetz

Auch die Verantwortlichen für den ersten Gewinneinbruch in der Unternehmensgeschichte hat Microsoft bereits gefunden - Windows Vista wird hier aber nicht erwähnt, sondern Softwarepiraten, die Europäische Kommission, US-amerikanische Wettbewerbsbehörden und die Gesetzgeber allgemein. Einmal mehr bemängelt Microsoft den Stillstand bei der Gesetzgebung um die Softwarepatente: "Auch das Fehlen von harmonisierten Patentgesetzen macht es schwieriger, durchgehend Respekt vor Patentschutz sicherzustellen."(red)

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Bastian Balthasar Bux
06.08.2009 15:58
Die größte Gefahr für Microsoft

ist deren unfähiges Management:

Einerseits auf den Markt gebracht: Ein total verspätetes, komplett abgespecktes 'Longhorn', das keiner kaufen will.
Andererseits vom Markt genommen: Ein recht stabiles, funktionierendes Windows XP, das alle haben woll(t)en.

Immer erst mal an der eigenen Nase packen und dann über selbige hinausschauen!

Eine Kreatur
05.08.2009 10:59
die gefahr nummer eins wurde nicht aufgezählt ..

die konsumentInnen, die den schrott nicht kaufen ;-))))

tempa
05.08.2009 10:02

In Erinnerung habe ich Steve B. noch aus OS/2-Zeiten. Unter einem Pseudonym beileidigte er Fans des IBM-Betriebssystem bei Diskussionen OS/2 vs Windows auf recht robuste Art und Weise.

"Diese Firmen (Open Source-Unternehmen, Anm.d.Red.) tragen nicht die vollen Kosten der Forschung und Entwicklung der Software."

Jetzt ist der Schutz geistigen Eigentums eine wichtige Sache. Nur wenn man sich die Geschichte von DOS ansieht, die MS den Aufstieg zum (Quasi)Monopolisten ermöglichte, hat die Aussage "vollen Kosten der Forschung und Entwicklung der Software" einen recht eigenartigen Beigeschmack.

http://www.bernd-leitenberger.de/qdos.shtml

Tja, aus Staub werden wir geboren, zu Staub werden wir am Ende unserer Tage.

macindd
05.08.2009 09:11
Verkauft es sich etwa nicht mehr von selbst?

In der Vergangenheit hatten sie ja keine Konkurrenz zu fürchten, alle Versuche ihnen etwas entgegenzusetzen waren zum Scheitern verurteilt, Windows und Office sind weggegangen wie die warmen Semmeln, sogar die vor Bluescreens nur so strotzenden Windows 9x-Versionen haben sich exzellent verkauft. Durch eigene Fehler wie Vista formiert sich jetzt langsam echte Konkurrenz, und schon verzweifelt Stefan B. Mal sehen, ob die US-Politik nicht noch was unternehmen kann, um seinem Unternehmen doch wieder zur Vormachtstellung zu verhelfen, in gewisser Weise gehts da ja auch um nationale Interessen.

her wig
05.08.2009 08:48
Gut gepflegter Egoismus

Steve B. legt also dar, war er als Gefahr für Microsoft's Gewinnspanne sieht. Wie interessant. Ob er auch daran interessiert ist, was ich als Gefahr für meine Gewinnspanne sehe? Z.B., das MS für seine Produkte Geld verlangt. Ich fordere, dass alle MS-Betriebssysteme ab sofort gratis abgegeben werden. Falls es rechtliche Bedenken deswegen gäbe - das wäre dann die nächste Gefahr für meine Gewinnspanne...

Andreas Prucha
10.08.2009 04:17

Ich sehe z.b. den Internet Explorer - insbesondere den IE6 - als Gefahr für meine Gewinnspanne. Durch IE-Anwender erhöht sich der Aufwand enorm.

entity13
04.08.2009 23:38

Ja klar .. nur nicht bei sich selber nach Ursachen suchen .. Schuld sind natürlich immer die anderen.
Früher selbst nicht gerade zimperlich im Umgang mit dem Mitbewerb und jetzt auf einmal auf die Tränendrüse drücken .. passt irgendwie nicht zusammen.

realist911
04.08.2009 22:38
Das Bild passt aber von so was zzzzz

Ich glaube er wird trotzdem einen tollen Boni bekommen
fürs vermurgste Fista.

alter ego
04.08.2009 21:46
alle sind schuld

piraten und open source und apple und hp und intel und die patentämter und die eu und die wettbewerbsbehörden und und und

warum nicht die kunden, die vista boykottiert haben?

denkender Mensch
04.08.2009 22:55

Na zumindest mit Firmenkunden, die auf Linux umsatteln, wird eh auch ins Gericht gegangen...

GevatterTod
04.08.2009 21:05
wie waere es mit diesem Grund:

Realitaetsverlust?

Richard P. Feynmann:

Reality must take precedence over public relations, for nature cannot be fooled.

Sir Harry....
04.08.2009 19:18
Auch Monopolist hat Probleme...

eins davon: wenn man den kompletten Markt beherrscht, so ist man von diesem Markt abhängig.

Solange Microsoft mit einem völlig untauglichen Betriebssystem den Markt beherrschte, waren alle scharf darauf endlich das neue zu haben: weil es (wenn auch nicht sofort, sondern nur langfristig) eine Verbesserung bedeutete.

Seit WinXP SP3 laufen auch Windows-Rechner sehr stabil. Das ist der wahre Grund, warum Vista Floppte. Auch früher waren die neuen Systeme leistungshungriger, brauchten mehr Speicher und brachten Treiberprobleme. Aber man nahm es in Kauf, weil es stabiler war.

Bei Vista/Win7 ist der Sprung nicht mehr so augenscheinlich, der Preis ist hoch: also bleibt man beim guten alten XP.

Mehr Wachstum? - Nicht auf diesem Planeten!

Andreas Kraftl
04.08.2009 18:38

Es gibt viele Möglichkeiten, 30% Umsatzeinbruch zu begründen.
Da liegt es natürlich nahe, alles zu erwähnen, damit der Gesetzgeber erkennt, dass MS keine Quasimonopolstellung hat. Weiters nutzen wir diese Möglichkeit dazu, gleich für die Zukunft die Weichen zu stellen.

Alles in allem ein Bericht von MS, wie er von jeder anderen Firma auch eingereicht worden wäre :-).

Gregor JOHN
04.08.2009 17:50
Diese Welt ist ja soooo ungerecht

N3X0NIC
 
04.08.2009 16:06
Ich könnte...

...glatt anfangen zu weinen...

Robert Niessner
 
04.08.2009 16:50

Tränen aller Länder vereinigt euch...

Jo Boe
04.08.2009 14:39

The 90's are over Mr. Ballmer.

4freedom
04.08.2009 14:29
Wettbewerb

Was hier stattfindet heißt Wettbewerb Mr. Ballmer.

Wenn erst einmal Anbieter von Anwendungssoftware (Autodesk, Adobe, Branchensoftware ...) ihre Produkte auch für Linux und OSX verfügbar machen (ja, es gibt für manches aber leider nicht alles Alternativen), wird's erst richtig ungemütlich für Microsoft.

one single voice
06.08.2009 00:16

das versteht er nicht.

soviel lobbying, und trotzdem kann man konkurrenzfirmen nicht einfach verbieten. skandal!

Artischocke
 
04.08.2009 19:30
Spiele nicht zu vergessen

Ich kenne einige (mich eingeschlossen) die Windows eigentlich nur noch zum Spielen brauchen. Wenn die Hersteller neben DirectX auch OpenGL unterstützen würden, würde ein weiterer Grund wegfallen Windows zu benutzen.

aceFruchtsaft
04.08.2009 16:52

Ich glaube da kannst lange warten, zumindest bei der Linux-Version. Wenn man AutoCAD & Co. braucht, dann ist das OS nebensächlich. Wenn's nur auf Windows läuft, wir man eben Windows anschaffen, egal ob man will oder nicht.

Das OS ist letztendlich auch nur eine Plattform, um produktive Anwendungen laufen zu lassen, kein Selbstzweck.

Der Unkurze
05.08.2009 13:23

naja ProE gabs eine Zeit lang für linux, immer noch für Unix und Solaris :)

der Pinguin
 
04.08.2009 21:24
das stimmt schon

genau wie im medizinischen Bereich. Wenn da ein Gerät 100.000 EUR kostet ist die Windows Lizenz ziemlich wurschtig :)

xapient
04.08.2009 21:04

kommt darauf an ob man die grafische oberfläche die man benutzt um das system zu bedienen zum system zählt oder getrennt betrachtet...

Nikolai Shostakovich
04.08.2009 15:36
auf den tag warte ich,

dass endlich autocad nicht nur auf windows läuft! dann bin ich auf der stelle weg von M$!

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