Regierung Südossetiens entlassen

4. August 2009, 11:09
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Gesundheitliche Gründe des Premiers genannt - Unzufriedenheit in der Bevölkerung wegen Armut

Moskau - Vor dem ersten Jahrestag des Südkaukasus-Krieges hat der "Präsident" der von Georgien abtrünnigen Region Südossetien die Regierung entlassen. Der südossetische Führer Eduard Kokojty nannte am Dienstag gesundheitliche Gründe für den Rücktritt von Regierungschef Aslanbek Bulazew, wie die Behörden in Zchinwali nach Angaben der Agentur Interfax mitteilten. Laut Medien ist der Grund für den Regierungswechsel allerdings die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien im August 2008 weiter in großer Armut lebt.

Angriff vor einem Jahr

Georgische Truppen hatten Südossetien in der Nacht zum 8. August 2008 angegriffen. Daraufhin marschierte die russische Armee in das völkerrechtlich zu Georgien gehörende Territorium ein. Die Konfliktparteien wollen an diesem Wochenende bei getrennten Veranstaltungen an die Opfer dieses Militärkonflikts erinnern. Nach der Anerkennung ihrer Unabhängigkeit durch Russland beklagen die Menschen in Südossetien mangelnde Fortschritte beim Wiederaufbau.

Die südossetische Opposition wirft Kokojtys Behörden Korruption sowie Veruntreuung von russischen Hilfsgeldern vor. Kokojty wies die Anschuldigungen zurück. Er will Südossetien mit der russischen Teilrepublik Nordossetien vereinigen. Die Spannungen zwischen Südossetien und Georgien haben sich vor dem Jahrestag des Krieges wieder verschärft. Fast täglich kommt es nach Angaben beider Seiten zu Schusswechseln in der Region. Die EU und die USA haben die Konfliktparteien zur Zurückhaltung aufgefordert. Südossetien wird nur von Russland und Nicaragua als unabhängiger Staat anerkannt. (APA/dpa)

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