Debatte

Killerroboter als Ri­si­ko­faktor: Dis­kus­si­on dringend notwendig

4. August 2009, 15:56

"Militärs haben seltsamen Zugang zu künstlicher Intelligenz"

"Roboter, die entscheiden können wen sie wann, wo und wie töten, sind ein großes Thema für das Militär. Das Problem ist allerdings, dass all dies auf den Erkenntnissen zur künstlichen Intelligenz beruht und die Militärs dazu eine eigenartige Sichtweise an den Tag legen, die rein auf Sciene Fiction basiert." Mit diesen Worten hat der englische Professor Noel Sharkey bei einem Meeting in London für Aufsehen gesorgt und eine breite Debatte über die Zukunft der "Killer-Roboter" eingefordert.

"Die Risiken sind enorm"

Laut eines Berichts der BBC sieht Sharkey in dem deutlichen Schwenk der Armee auf Roboter-Technologie ein drastisches Anwachsen der potenziellen Risiken für das Leben von ZivilistInnen. "Bis ein Roboter zwischen Freund und Feind unterscheiden kann, wird es noch 50 Jahre dauern. Die Risiken sind enorm", so Sharkey. "Die Leute, die die Roboter bedienen, sitzen den ganzen Tag vor einem Bildschirm, dann gehen sie nach Hause und essen mit ihrer Familie. Das ist eine sehr befremdliche Art der Kriegsführung - es wird den Charakter des Krieges dramatisch verändern."

Es geht nicht um weniger Schaden

Die Aussagen führender Generäle und PolitikerInnen, die meinen, dass durch den Einsatz von Killer-Robotern Menschenleben gerettet werden könnten und die Kollateralschäden massiv eingedämmt werden würden, kann Sharkey nicht nachvollziehen. Zwischen Jänner 2006 und April 2009 wurden in Pakistan 60 Attacken mit Drohnen durchgeführt, so die Schätzungen des Wissenschaftlers - dabei starben 14 mutmaßliche TerroristInnen und 687 ZivilistInnen.

SoldatIn oder ZivilistIn?

Unbemannte Tötungsmaschinen würden auch zu einem weitaus größeren Problem führen, so der Wissenschaftler. "Roboter können einfach nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden, das fällt schon SoldatInnen schwer. Und vergessen sie in diesem Zusammenhang das Wort "Verhältnismäßigkeit". Es gibt keine Software, die einem Roboter "Verhältnismäßigkeit" beibringen könnte. Dazu gibt es keine objektiven Berechnungen - das ist eine Entscheidung, die nur Menschen treffen können."(red)

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Heavyweather
01
10.8.2009, 22:00

Ich warte immer noch darauf dass die Robter für mich gratis arbeiten und ich meine Freizeit geniessen kann.

Heavyweather
02
10.8.2009, 21:55
Auch haben wollen.

Schon geil so einen autonome Quadcopter Drohne oder ein kleiner ferngesteuerter Terminator.
In ein paar Jahrzehnten kann man die Dinger sicher kaufen und als virtueller Söldner von Zuhause aus bequem damit Kohle verdienen.
In der Nacht frisst er Leichen und arbeitet autonom weiter...
Immerhin kommt es dabei zu weniger eigenen Toten. Wen interessieren die Zivilisten im Irak/Iran/Afrika...denen gehet es jetzt auch nicht besser und nachher sind sie dann vielleicht endlich frei...
Kein Diktator auf dieser Welt ist mehr sicher...und alle anderen auch nicht.

Šutruk-Nahhunte
00
Terminator lässt grüßen...

Mensch gegen Maschiene - Teil 1 !

cuniculus
00

Und wenn nach den paar Jahren Vorsprung, den die Amis haben, dann auch die Schurkenstaaten dieser Welt Killerroboter haben, was dann? Töten die sich dann gegenseitig?

Kohlhaas1
00
7.10.2009, 16:40
Ein paar Jahre ? Das wäre schon eher wenigstens 60 Jahre.

So lange haben die USA die Bombe und die pöhsen haben immer noch nix Vergleichbares.

mistvieh666
 
01

der reichste "schurkenstaat", iran, hat etwas weniger bruttosozialprodukt als oesterreich, lybien hat ca 1/4, der sudan 1/7.
klar werden sie die dinger kaufen KOENNEN, aber warum sollen sie:
ein selbstmordanschlag kostet 5000 dollar, EIN kampfroboter das 1000-FACHE - predator-drohne: 4.5mio dollar.
so saubloed ist nicht einmal ein palaestinenser, hoechstens ein hochgebildeter gruener gutmensch ...

pro.test
01
18.8.2009, 17:41

mhm, ihr leben ist also 5000$ wert
ein richtiges schnäppchen, ich nehm 10 davon ;)

ausserdem vergessen sie die arbeitsplätze die so ein roboter schafft! was das wieder an steuern einbringt...

mal ernsthaft, können die deppen nicht einfach eine partie starcraft oder so zocken?
da habens die tollsten roboter, die größten panzer, keiner kommt zu schaden und der gewinner bekommt nen lutscher.

Ed L. Bitter
00
Sicher wie das "Amen" im Gebet.

Die "Schurkenstaaten" werden 100%ig auch Kampfroboter haben. Die kriegen sie von den Chinesen, Russen oder wie bisher kaufen sie sie einfach "unter der Pudel" von den Amerikanern. So lange der Dollar rollt, gibt es keine Hemmungen.

gustl
 
10
Ich verstehe die Waffenentwickler nicht

Die verpacken Sprengkraft für den Abriss eines ganzen Hauses in eine Waffe die selbständig einen (!) Menschen töten soll.

Geht's mit weniger nicht? Z.B. einer Dosis Betäubungsmittel, und das Einpacken in ein Kleingefängnis das eine erfolgreiche Gefangennahme funkt?

Ed L. Bitter
00
EASY KILLING


Eine ekelhafte Entwicklung. Tötungsmaschinen übernehmen die "schmutzige Arbeit", Militär wird zu blutigen Game-Zone ohne jeglichen Gewissen.

Heavyweather
00
10.8.2009, 21:57

Das hat schon mit Feuerwaffen und Wurfgeschossen angefangen. Die Distanz ist einfach immer mehr gewachsen. Und im Fernsehen zeigt man ganz einfach nicht mehr die blutige Realität.

Wachsender Widerstand
05
Sehe hier eher der Schlüssel, als das Problem

denn welcher krieg ist GUT ??

Keiner!!!!

wenn die maschine das erkennen würde, dann würde sie dem befehlshaber ordentlich in den A...... treten.

im krieg dürfen leute die sich nicht kennen, für leute die sich kennen, töten.

die meisten verlieren, einige gewinnen, was dämlicheres gibt es wohl nicht.

das mit logik zu kommentieren ist doch sowas von obszön.

haupt hydrant
10
Humanoide,

die die anal-territorale Entwicklungsstufe nicht überschritten haben, finden's richtig - nicht aus Logik sondern aus Voraussetzung. Dürften im Laufe der letzten Jahrtausende immer die Mehrheit gewesen sein.
Im Übrigen teile ich Ihre Sicht der Dinge.

MSG
11
10.8.2009, 13:43

Bin ebenfalls da ganz ihrer Meinung.. Stell dir vor es ist Krieg.. und keiner geht hin.. das Schlachtfeld bleibt leere.. und alle gewinnen.. das Leben ist schön.. jaja..

dabringer
00
weiterführende Links

als etwas tiefergehende Einführung zu dem Thema gibt es einige Interviews (englisch) mit u.a. Peter Singer, Ronald Arkin, Robert Sparrow: http://www.irf.ac.at/index.php... &Itemid=22

weiters gibt es eine einführende Broschüre zu dem Thema Militärroboter auf deutsch(pdf): http://www.irf.ac.at/index.php... &Itemid=18

oder (als kurzen Überblick) den von mir mitbetreuten Eintrag auf wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Mili... A4rroboter

besonders empfehlenswert die Bücher von Peter W. Singer: Wired for War und von Ronald C. Arkin: Governing Lethal Behavior.

eltrombone
01
ich würde die gesamte entwicklung von "killerrobotern"

unter den decknamen "operation skynet" laufen lassen...

Augenkrebs?
00
Es wird in zukunft keine Killerroboter geben....

....sondern nur noch Friedensroboter.

Nach Raubkopierern, "Kompetenzzentren für Aufhaltsbeendende Maßnahmen" und Killerspiele.

Mich überrascht hier nichts mehr.

beneathmainstream
 
00

14 zu 687.

tolle quote!

pro.test
00
18.8.2009, 17:48

warscheinlich nach dem motto:
wir ballern mal in die menge, irgendeiner davon wird es schon verdient haben bzw es sich noch verdienen wenn wir es nicht tun.

dem us-militär kann man auch super blinde hühner verkaufen... man setzt sie in einen kornspeicher und "beweist" ihnen wie toll sie körner finden. ;)

Thomas Bayer
20
Sollte man nicht auch RoboterIn schreiben?

Mal im Ernst: Laut Wikipedia ist der MQ-1C Warrior der "erste[r] Militärroboter, der im Kampfeinsatz autonom Menschen tötete"

warlock
05
warum müssen sich immer alle umbringen wollen ..

... das nervt. Ich würd mir gern eine andere Welt aussuchen. Diese hier geht mir tierisch auf den S***

Lego12
02
bitte bescheid geben, wenn gefunden

dann komm ich glaub ich mit ;)

monella laputa
05
wo noch KEINE Roboter angekommen sind

ist in der Politik!
Wann gibt es endlich voll-automatisches Regieren?

Die geringe künstliche Intelligenz die dafür notwendig wäre, gibts schon längst! (nämlich Trial & Error)

Man stelle sich vor wieviel Kosten alleine durch Einsparung von Politiker- Spesen, Gehälter, Abfindungen, Sitzungsgelder, Ausstattung, Schmiergelder, Sonderausgaben, Dienstwägen, Armeen von Assistenten & Sonderberater , Fernreisen, Untersuchungsausschüsse, Gerichtsverfahren, Reparaturen von Fehlentscheidungen u.v.a.m. wir dadurch sparen könnten.
Fantastisch.

Martin Hiltmann
00
no,

Wahlcomputer stehen eh schon in den Startlöchern.
Der Rest wird sich hoffentlich an Asimov halten.

stiggers stiggers
00

Haha! das ist mal eine wirklich gute idee, aber dann hätten die hälfte der österr. medien nichts mehr zu berichten.

Nach jahrelanger penetration österreichischer politik durch fernsehn oder zeitung und genauerer betrachtung dieser kreaturen, befürchte ich das ich einem roboter/in mehr vertrauen schneken würde..

aber keine sorge bin überhauptnicht politikverdrossen, sie vielleicht?

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