Kaltenbrunner lässt K2 für dieses Jahr sein

4. August 2009, 10:57
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Bergsteigerin kehrte wegen zu großen Schneemassen um - Gesundheitsrisiko nach zwei 8.000 Besteigungen zu groß

Wien - Die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner hat ihr Vorhaben, den K2 zu besteigen, für heuer endgültig aufgegeben. Ihr zweiter Versuch in diesem Sommer, den 8.611 m hohen Bergriesen zu erklimmen, musste die 38-Jährige am Dienstagnachmittag abbrechen. Tiefer Schnee verhinderte ab 8.300 Meter den weiteren Aufstieg. Auch der Steirer Christian Stangl hatte zuvor erneut umdrehen müssen.

Brusttiefer Schnee

Kaltenbrunner war im Gipfelbereich mit den beiden Kasachen Maxut Zhumajew und Wassilij Piwtsow sowie dem Russen Sergej Bogomoljow unterwegs. Gegen 16.00 Uhr Ortszeit entschlossen sich die Vier zur Umkehr. "Letztlich war sie gemeinsam mit den beiden Kasachen und dem Russen im brusttiefen Schnee stecken geblieben und nicht mehr vorwärtsgekommen", teilte ihr Ehemann Ralf Dujmovits mit. Er stand mit Kaltenbrunner in ständigem Telefonkontakt.

Kein weiterer Versuch

Während die Kasachen auf der Schulter auf etwa 8.000 Meter übernachten und am Mittwoch einen weiteren Aufstieg versuchen wollen, bricht Kaltenbrunner ihre Expedition ganz ab. "Nachdem sie Ende Mai auf dem Lhotse stand, jetzt zweimal auf circa 8.300 Meter war, wäre die Gefahr, sich eventuell eine Thrombose oder gar Schlimmeres einzuhandeln, einfach zu groß", erklärte ihr Ehemann. Die 38-Jährige hatte bereits Mitte Juli einen ersten K2-Gipfelversuch gestartet. Auch diesen Aufstieg musste sie am 26. Juli wegen zu schwieriger Bedingungen abbrechen.

Rekordverdächtig

Der K2 wäre Kaltenbrunners 13. Achttausender gewesen, auf alle 14 hat es eine Frau noch nie geschafft. Die Südkoreanerin Oh Eun Sun (43) stand bisher als einzige auf 13 der Berge. Diese Bestleistung konnte die Asiatin am Montag nach der Besteigung des Gasherbrum I (8.068 m) für sich verbuchen, ihr fehlt nun nur mehr die Annapurna (8.091 m). Kaltenbrunner fehlen neben dem K2 noch der Mount Everest.

Auch die restlichen Expeditionen mussten ihren Aufstieg abbrechen. "Es ist zu viel Schnee und es ist irrsinnig steil", so Skyrunner Stangl. Laut Stangl wagen die meisten keinen dritten Versuch mehr. "Ich glaube, die Saison ist vorbei." (APA)

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    Kaltenegger beim Aufstieg zum K2: Starke Schneelage behinderte den Aufstieg.

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