Borealis zurück in Gewinnzone

4. August 2009, 10:40
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Der Kunststoffhersteller hat nach Millionen-Verlust im ersten Quartal im zweiten einen Nettogewinn von 35 Millionen Euro erzielt

Wien - Der Kunststoffhersteller Borealis, an dem die OMV mit 36 Prozent beteiligt ist, hat im 2. Quartal 2009 einen Nettogewinn von 35 Mio. Euro erzielt, nach einem Nettoverlust von 56 Mio. Euro im 1. Quartal. Für das erste Halbjahr 2009 ergibt sich daraus ein Nettoverlust von 21 Mio. Euro (H1 2008: +201 Mio. Euro), wie das Unternehmen heute, Dienstag, mitteilte. Im Vergleich zum 2. Quartal 2008 fiel der Nettogewinn aber immer noch um 50 Prozent niedriger aus.

Der Umsatz betrug im 2. Quartal 1,142 Mrd. Euro und war damit um 37,4 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum 2008. Im Halbjahresvergleich ging der Umsatz um 38,5 Prozent auf 2,167 Mrd. Euro zurück.

Der Betriebsgewinn lag im 2. Quartal bei 27 Mio. Euro (Q1 2008: 52 Mio. Euro), im Halbjahr ergab sich ein Betriebsverlust von 45 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 189 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2008.

Die Nettoverschuldung wurde gegenüber dem Jahresende 2008 gesenkt, die Verschuldungsquote auf 46 Prozent leicht verbessert. Der Umsatz liegt leicht unter dem des Vorjahres und zusätzliche Polyolefin-Kapazitäten aus dem Nahen Osten werden die Margen voraussichtlich weiter unter Druck setzen.

Borouge, das Joint Venture von Borealis mit der Abu Dhabi National Oil Company, trägt nach Unternehmensangaben kontinuierlich zu einem positiven Ergebnis bei. Das Melamin- und Düngemittelgeschäft leiden unter dem niedrigeren Absatzvolumen und den rückläufigen Margen. Borouges derzeitige Expansionsvorhaben zur Verdreifachung seiner Polyolefin-Produktionskapazität bis Mitte 2010 gehe planmäßig voran, heißt es.

Großes Investment

Für das Borouge-3-Projekt, das die Gesamtproduktionskapazität bis Ende 2013 auf 4,5 Millionen Jahrestonnen steigern soll, wurden im Laufe des Quartals drei wichtige Aufträge vergeben. Das derzeit größte Investment von Borealis in Europa, der Bau einer 350.000-Jahrestonnen-Produktionsanlage für Polyethylen niedriger Dichte im schwedischen Stenungsund, werde zeitgerecht bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, heißt es aus dem Unternehmen. In Linz erweitert Borealis derzeit sein internationales Innovation Headquarters, das im Herbst dieses Jahres fertiggestellt wird.

"Das Ergebnis des zweiten Quartals zeigt deutlich, dass sich unsere Bemühungen in Bezug auf Kostenmanagement und Liquidität bezahlt machen", erklärte Borealis-Chef Mark Garrett laut Mitteilung. "Das Marktumfeld bleibt aber auch in nächster Zeit extrem schwierig und wir erwarten nicht, dass sich die reale Nachfrage vor Ende 2010 entscheidend erholen wird. Die zusätzlichen Kapazitäten, die im Nahen Osten in Betrieb gehen, werden unsere Margen enorm unter Druck setzen." (APA)

 

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