Warum Eric Schmidt Apple verlassen musste

4. August 2009, 10:34
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Wenn aus Verbündeten Feinde werden, oder aber: Apple stand nie für Offenheit und nun gab es einen "Interessenskonflikt"

Google-Chef Eric Schmidt ist nicht mehr länger im Verwaltungsrat von Apple - der WebStandard berichtete. Diese Meldung, die am Montag durch die Medien ging, war schon länger erwartet worden. Die Spekulationen über die zukünftige Rolle von Eric Schmidt sind schon seit längerem ein Thema in der IT-Branche. Was als Allianz gegen Microsoft begann, ist nun zu einem Interessenskonflikt geworden.

Der Feind des Feindes

TechCrunch geht der Frage nach "Was passiert, wenn der Feind deines Feindes nicht mehr länger dein Freund ist?". Steve Jobs und Eric Schmidt waren durch einen gemeinsamen "Feind" verbunden - durch Microsoft. Doch mittlerweile ist Google nicht mehr nur der erklärte Lieblingsgegner zum Redmonder Softwarekonzern, sondern symbolisiert das Gegenstück zur alten klassischen Endgeräte-zentrierten Welt, die sowohl Microsoft, wie auch Apple verkörpern.

Seltsame Zufälle

Eric Schmidts Rückzug aus dem Apple Verwaltungsrat folgte wenige Tage nachdem die US-Börsenaufsicht FCC eine Untersuchung von Apple iPhone App Store ankündigte. Der Grund für die Untersuchung war die Sperre einer Applikation - und zwar von Google Voice. Natürlich geht es aber nicht nur um diese eine Applikation, sondern um eine genaue Untersuchung der Vorgänge im AppStore - wer kontrolliert die Inhalte, warum werden Applikationen abgelehnt und so weiter.

"Interessenskonflikt"

In der Presseaussendung von Apple findet sich kein Hinweis auf die FCC-Untersuchung als Grund für den Rücktritt von Schmidt. Dort heißt es, dass der Einstieg Googles in die Mobilfunkwelt, mit Android, und in die Desktop-Welt, mit Chrome OS, zu einem Interessenskonflikt für Schmidt wurde.

Spät, aber doch

Die Spekulationen über die Doppelrolle von Schmidt und dessen möglichen Interessenskonflikt gab es im Internet schon seit geraumer Zeit, dürften aber für Apple noch kein Thema gewesen sein - bis zum Brief der FCC, so TechCrunch. Da dürfte man bei Apple zu dem Ergebnis gekommen sein, dass sich eine enge Verflechtung mit Google nicht mehr ausgeht.

Offenheit und deren Gegner

Ein entscheidender Unterschied zwischen Google und Apple ist das Thema Offenheit. Googles Strategie ist es, das mobile Web so offen wie das Internet zu machen. Bei Apple geht es nicht um Offenheit - und ging es auch noch nie. Jede einzelne Applikation im AppStore - mittlerweile mehr als 50.000 - muss freigegeben werden. Die unterschiedlichen Strategien waren so lange kein Thema, solange sich Google nicht in den Mobilfunkmarkt einmischte. Doch der Andriod-Market läutete einen Wandel ein.

Tiefgehendere Gründe

Doch nicht nur Google Voice oder Android und Chrome OS waren die ausschlaggebenden Gründe warum Schmidt gehen musste. Google arbeitet mit aller Kraft daran, dass das Endgerät an sich in Zukunft keine Rolle mehr spielen soll. Die Plattform ist der Browser und nicht mehr der Rechner oder das Smartphone selbst. Dies widerspricht klar dem Weg den Apple und Co. beschreiten. Dort wo es möglich ist, sollen die Anwendungen vom Desktop ins Netz wandern - und das ist für Apple die weitaus größere Gefahr als es Microsoft war.(red)

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    Google-Chef Eric Schmidt musste den Apple-Verwaltungsrat verlassen. Der Interessenskonflikt wurde wohl doch immer größer.

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