Künstliche Unterstützung für das Herz

4. August 2009, 08:51
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Im Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen kam zum 100. Mal die künstliche Herzpumpe DuraHeart zum Einsatz

Am Ende fiel die magische Zahl an die Herzspezialisten aus Bad Oeynhausen, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum: Innerhalb von weniger als 20 Stunden wurden in den USA, in New York und Pittsburgh, sowie im ostwestfälischen Bad Oeynhausen drei Patienten mit den Linksherzunterstützungssystemen DuraHeart versorgt. Das genau 100. Kunstherzsystem dieser Art weltweit setzten die HerzchirurgenLatif Arusoglu und Michiel Morshuis, Oberärzte der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ), Bad Oeynhausen, erfolgreich ihrem 72-jährigen Patienten ein. 

Bewährtes System

"Wir verfügen über die größte Erfahrung im Einsatz des DuraHeart, umso mehr freut uns, dass dieses Jubiläum im HDZ stattfand," betont Jan Gummert, Direktor der Klinik. Im Herzzentrum Bad Oeynhausen wurden bisher über 1.700 Kunstherzsysteme implantiert, die Klinik ist damit weltweit führend. Weltweit sind zur Zeit 113 Patienten mit diesem Kunstherz versorgt, 69 davon sind Patienten des Herz- und Diabeteszentrums. "Seit Beginn seines ersten Einsatzes im Jahr 2004 hat sich das Linksherzunterstützungssystem vielfach bewährt," betont Gummert. "Schwer herzkranken Patienten bietet es eine neue Lebensqualität."

DuraHeart hilft Patienten, die unter terminaler Herzinsuffizienz, sprich einer nicht mehr heilbarer und ausgeprägter Pumpschwäche der Herzkammern, leiden. Bei diesen Patienten ist die Krankheit soweit fortgeschritten, dass eine Herztransplantation unumgänglich ist. Aber: Spenderherzen sind knapp. Um die Wartezeit zu überbrücken, setzt man künstliche Herzunterstützungssysteme ein. Im Durchschnitt warten die Patienten etwas über ein Jahr, bis ein passendes Spenderherz für sie gefunden wird.

Leben mit Kunstherz

Das künstliche Herz besteht aus einer kleinen implantierbaren Pumpe aus Titan, die durch Rotation den natürlichen Blutstrom unterstützt. In ihrem Inneren beschleunigt ein magnetisch gelagerter Impeller das Blut. Eine externe Steuereinheit kontrolliert die Systemleistung und regelt die Energieversorgung von wieder aufladbaren Batterien oder einem Batterieladegerät. Die Pumpe arbeitet energiesparsam und ohne große Geräusche. Für den Patienten bedeutet ein solches System eine enorme Steigerung der Lebensqualität, zumal er lediglich eine Steuereinheit und Batterien mit sich führen muss und nach Hause entlassen werden kann. (red)

 

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