RHI mit Gewinneinbruch

4. August 2009, 10:28
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Der Gewinn brach mit minus 96,7 Prozent auf nur mehr 2,3 Millionen Euro fast vollständig ein, der Umsatz sank um ein Viertel

Wien - Der heimische Feuerfestkonzern RHI musste im Halbjahr wie schon von den Analysten erwartet herbe Rückgänge hinnehmen. Das Betriebsergebnis ( Ebit) schrumpfte im Jahresvergleich um 78,2 Prozent auf 21,4 (98,1) Mio. Euro, das operative Ergebnis (Ebitda) ging um 59,6 Prozent auf 49,6 (122,7) Mio. Euro zurück. Der Gewinn brach mit minus 96,7 Prozent auf nur mehr 2,3 (70,4) Mio. Euro fast vollständig ein. Der Konzernumsatz sank im Berichtszeitraum um 25,1 Prozent auf 604,5 (806,8) Mio., teilte RHI am Dienstag ad-hoc mit.

Der Umsatzrückgang des Konzerns sei aber deutlich unter den Werten der Kundenindustrie gelegen, die teils Absatzeinbrüche um 40 bis 50 Prozent hinnehmen musste, so das Unternehmen. Die globale Rezession habe sich deutlich negativ auf die Kundenindustrie ausgewirkt.

Das laufende Jahr 2009 werde ein schwieriges Jahr für die RHI werden. Nach den starken Auftragsrückgängen im ersten Halbjahr seien zu Jahresmitte Anzeichen einer gewissen Bodenbildung auf niedrigem Niveau erkennbar. Mit einem ersten Aufwärtstrend in der Feuerfestindustrie sei allerdings nicht vor Beginn des vierten Quartals zu rechnen. Das Unternehmen werde sein Kosteneinsparungs- und Reduktionsprogramm unvermindert fortsetzen. Heuer und 2010 sollen wie berichtet 80 Mio. Euro eingespart und weltweit rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Ende Juni waren 7.062 Mitarbeiter beschäftigt, um 10 Prozent weniger als Mitte vergangenen Jahres.

Rückläufige Weltstahlproduktion belastet

In der Hauptsparte Stahl litt RHI im ersten Halbjahr stark an der rückläufigen Weltstahlproduktion, wodurch wichtige Kundennachfrage wegfiel. Der Umsatz der Division sank von 487 auf 317 Mio., das EBIT drehte von 44,6 Mio. auf negative 3,6 Mio. Euro. Im Halbjahr sank die Weltstahlerzeugung um 21 Prozent auf 549 Mio. t, besonders stark in der EU mit 43 Prozent und in Nordamerika mit über 48 Prozent. Nur Asien schrumpfte lediglich einstellig - wegen stabiler Produktion in China.

Gegen Ende des 2. Quartals war laut RHI eine Stabilisierung des Stahlmarktes auf niedrigem Niveau feststellbar. Allerdings: "Inwieweit diese Entwicklung durch Lagereffekte oder durch eine fundamental begründete verbesserte Nachfrage ausgelöst wurde, bleibt abzuwarten", heißt es im Lagebericht des Feuerfestkonzerns.

In der Division Industrial schrumpfte der Umsatz im Halbjahr auf 275 (300) Mio. Euro, da die globale Rezession über die Kunden im Zement- und Kalk-, Glas- sowie Nichteisenmetallebereich hereinbrach, vor allem wegen des Rückgangs der Baukonjunktur. Neben stockenden Investitionsvorhaben verschoben Kunden Aufträge oder stornierten sie gar. Das EBIT der Sparte verringerte sich auf 35 (42) Mio. Euro.

In der Rohstoff/Produktion-Sparte sanken die Preise für magnesitische Rohstoffe moderat, da wegen der Rezession Rohstoffe weltweit ausreichend verfügbar sind. Der Divisions-Umsatz sank auf 389 (522) Mio. Euro, das EBIT rutsche ins Minus mit 10,3 Mio., nach 11,5 Mio. Euro im Vorjahr. Zur Jahresmitte hätten die magnesitischen Rohstoffe wieder stabiles Niveau aufgewiesen, auch die Preise für Bauxit und Chromerz hätten sich weitgehend stabil entwickelt. (APA)

 

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