AUA noch tiefer in den roten Zahlen

4. August 2009, 08:13
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Die nochmals verschärfte Krise in der Luftfahrt und neuerliche Flugzeugabschreibungen verdoppeln den Verlust, weitere Streckenstreichungen stehen am Programm

Wien - Die schwer kriselnde AUA (Austrian Airlines) ist im ersten Halbjahr 2009 noch tiefer in die roten Zahlen geflogen. Mit 166,6 Mio. Euro war der Nettoverlust dreieinhalb mal so hoch wie zwischen Jänner und Juni 2008 (48,7 Mio. Euro) und fast doppelt so hoch wie im ersten Quartal des heurigen Jahres (88,1 Mio. Euro). Spätestens im September wird der Sanierungsfall AUA der Deutschen Lufthansa gehören. Dass der österreichische Staat (ÖIAG) via Besserungsschein zu einer Nachzahlung auf den symbolischen Preis für sein 41,6-Prozent-Paket (ein Cent je Aktie) kommt, wird immer unwahrscheinlicher.

Die Zahlen fürs Zweitquartal und Halbjahr sind noch schlechter als von den Analysten erwartet. Der 26-prozentige Einbruch der Flugumsätze im traditionell stärkeren zweiten Quartal hat auch die Vorstände enttäuscht. Zu schaffen macht der Airline, dass die Nachfrage in der schwersten Rezession dieser Branche stark abnimmt, und dass Business-Passagiere auf die billigere Economy-Class umsteigen. Und hier ist die Airline mit den Billigfliegern in wachsender Konkurrenz, gerade am Heimflughafen Wien. Zudem laufen der AUA die Kosten davon.

Der AUA-Konzernumsatz ist im Halbjahr um 21,8 Prozent auf 934,6 Mio. Euro gesunken, die Flugumsätze gaben auf 889 Mio. Euro (Vorjahr: 1,14 Mrd. Euro) nach. Grund für den riesigen Nettoverlust bis Juni waren neuerliche Flugzeugabschreibungen für 74,3 Mio. Euro. Auch das Treibstoff-Hedging hat Kosten von 71,6 Mio. Euro verursacht. Weil aber weniger geflogen wurde und Flugbenzin billiger ist als im Vorjahr, hat sich die Spritrechnung dennoch verbilligt.

Keine weiteren Verspätungen bei Skylink

Die Zahl der Mitarbeiter ist im Jahresabstand auf 7.288 (Juni 2008: 8.035) reduziert worden. Kurzarbeit und teilweiser Gehaltsverzicht haben bereits den Personalaufwand gedrückt. In drei Sparpaketen in Folge wird der Sparstift angesetzt, bei Bedarf auch nachjustiert. Über den Abbau von 1.000 Stellen bis 2010 hinaus gibt es keine weiteren Personalabbaupläne. Geprüft wird alles, ein Outsourcing von bisherigen Eigenleistungen (technische Wartung, Ground Handling) will man aber vermeiden. Diese Leistungen müssen künftiger aber "billiger" werden. Wunsch an den Flughafen trotz der aktuell rückläufigen Passagierzahlen: Keine weitere Verspätung beim Skylink-Terminal.

Weitere Streckenstreichungen stehen am Programm, derzeit zwei bis vier, keinesfalls ein "Kahlschlag", versicherten die Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth. Die im EU-Auflagenpaket enthaltenen Slot-Abgaben soll erst die EU beim endgültigen Okay des Lufthansa-Deals erläutern.

Die Liquidität wurde zum Stichtag 30. Juni 2009 mit 180 Mio. Euro Euro beziffert. Das reiche bis übers Jahresende hinaus, bekräftigten die Manager. Während die langfristigen Schulden seit Ultimo um 8,9 Prozent auf 983,1 Mio. Euro gesunken sind, stiegen die kurzfristigen Schulden um 3,2 Prozent auf 884,6 Mio. Euro. In Bankenverhandlungen tat sich die AUA zuletzt meist schwer.

An Lauda-Air verschluckt

Vorstand Malanik bestätigte heute das erste Mal, dass mit Übernahme der Lauda Air vor rund einem Jahrzehnt 700 Mio. Euro Schulden "mitgekauft" wurden. Die AUA habe sich daran verschluckt, ergänzte sein Kollege Bierwirth. Man wolle jetzt aber nur noch nach vorn schauen.

Das Eigenkapital belief sich Mitte des Jahres auf 162 Mio. Euro, bei einem Grundkapital von 264,4 Mio. Euro. In der AG-Bilanz hat der Verlust mehr als das halbe Grundkapital längst aufgefressen, dafür ist die Jahresmitte aber kein Stichtag. Außerdem kommt in wenigen Wochen ohnedies die Lufthansa mit frischem Geld. Vom 200-Millionen-Notkredit der ÖIAG vom Dezember sind noch 28 Mio. Euro übrig. Insolvenzgefahr sei nicht gegeben. Die Debatte darum hat in den vergangenen Monaten sogar einige Reisestornoversicherer zum Absprung bewogen. Seit dem Okay der EU zum Lufthansa Deal sind diese Versicherer wieder an Bord, und es gibt wieder mehr Buchungen.

Wann die AUA aus den Verlusten ist, blieb heute offen. "Mittelfristig" zielt die AUA-Führung auf eine Ebit-Marge von 5, 6 bis 7 Prozent ab. Das könnten zwei bis drei Jahre sein, oder auch fünf. Man gehe davon aus, dass man es schaffe, abhängig freilich von der Konjunktur: Bierwirth: "Die Frage ist, wann kommt Osteuropa wieder". (APA)

 

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    Aufwärts - dorthin wo Vorstand Peter Malanik zeigt - geht es noch lange nicht.

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