Zwei Tote durch Lungenpest

4. August 2009, 07:32
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In China steht eine Stadt mit 10.000 Einwohnern wegen der Lungenpest, an der zwei Hirten starben, unter Quarantäne

Peking/Ziketan - China hat nach einem örtlichen Ausbruch der Lungenpest im tibetischen Qinghai, an der zwei Hirten starben und sich zehn ihrer Verwandten infizierten, die betroffene ländliche Kleinstadt Ziketan unter Quarantäne stellen lassen. Das Viehzüchter-Städtchen mit mehr als 10.000 Einwohnern, von denen zwei Drittel Tibeter sind und das 260 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt Xining liegt, ist seit Freitag durch zwei Dutzend Straßensperren völlig von der Außenwelt abgeriegelt.

In der Umgebung wird Gift gegen Murmeltiere, Ratten und Flöhe versprüht, die als Überträger der Bakterien gelten. Die beiden Opfer der Lungenpest, ein 32-jähriger und ein 37 Jahre alter Hirte, waren Nachbarn. Die Infektion verbreitet sich über feinste Tröpfchen etwa beim Husten und löst nach ein bis vier Tagen die Krankheit aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt sich diese zuerst mit plötzlichem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Schwindel, bevor sie unbehandelt zu blutigem Auswurf führt.

Das erste Todesopfer soll von einem Floh gebissen worden sein, rekonstruierte die Nachrichtenagentur Xinhua. Nach deren Angaben kam es seit 1949 in Qinghai zu vier Ausbrüchen der Lungenpest, zuletzt im Oktober 2004. Acht Menschen starben damals daran.
Die sofort durch strikte Quarantäne eingedämmten Seuchen wurden früher von der Behörden nicht gemeldet. Erst seit wenigen Jahren, vor allem seit Pekings Regierung Lehren aus der Verbreitung der Infektionskrankheit Sars zog, gibt sie alle Seuchen an. Auch auf die jüngste Schweinegrippe reagierte Peking von Anfang an mit scharfen Kontrollen und Quarantäne aller Verdachtsfälle - wodurch China die Grippe im Griff hat. (Johnny Erling/DER STANDARD - Printausgabe, 4.8.2009)

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