Tel Aviv: Suche nach Täter läuft auf Hochtouren

4. August 2009, 07:25
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Neun Verletzte nach Bluttat in Homosexuellen-Zentrum am Montag noch im Spital

Tel Aviv - Die israelische Polizei sucht weiter mit Hochdruck nach dem Unbekannten, der in einem Jugendzentrum für Homosexuelle in Tel Aviv zwei junge Menschen getötet hat. Ein Polizeisprecher sagte am Montag, dutzende Polizisten seien mit dem Fall betraut. Wegen der Schwere der Tat stehe der Fall ganz oben auf der Prioritätenliste. Ob die Ermittler eine heiße Spur verfolgten, wurde nicht bekannt, da eine Nachrichtensperre verhängt wurde.
Die beiden Opfer, ein 16-jähriges Mädchen und ein 26 Jahre alter Mann, sind am Sonntag beigesetzt worden. Neun Verletzte waren am Montag noch im Spital.

Samstagabend hatte ein maskierter Angreifer in dem Jugendzentrum um sich geschossen. Er konnte entkommen. Politiker und Rabbiner verurteilten die Tat. _Hunderte Menschen demonstrierten in Tel Aviv, um Solidarität mit der Schwulen- und Lesbengemeinde zu zeigen. Die Tageszeitung Haaretz berichtete, es herrsche Angst unter den homosexuellen Jugendlichen.

Tel Aviv ist jene Stadt in Israel, in der Homosexualität am offensten gelebt wird. In anderen Landesteilen stoßen gleichgeschlechtliche Paare immer wieder auf Ablehnung. So gab es in Jerusalem Auseinandersetzungen um Homosexuellen-Paraden. In Israel gibt es keine gleichgeschlechtliche Ehe, homosexuelle Paare können einen Ehevertrag abschließen. (dpa, spri/DER STANDARD-Printausgabe, 4.4.2009)

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