Gewittersaison soll bis Mitte August andauern

3. August 2009, 22:27
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Ein Gewitter löst das andere ab, dazwischen heiße Tage: Dieses Wetter hält laut Meteorologen weiter an

Salzburg/Wien - Schon wieder abgedeckte Dächer, schon wieder überflutete Keller. Die Feuerwehren in Salzburg, Ober- und Niederösterreich stoßen in diesem Sommer an ihre Grenzen. Starke Gewitter, die seit Sonntagabend über Österreich ziehen, halten die Helfer in Atem. In Salzburg erhielt die Feuerwehr Unterstützung aus dem benachbarten Bayern. Denn nach den neuerlichen Unwettern über dem Salzburger Flachgau wurde der Montag für die Einsatzkräfte zum Rennen gegen die Zeit vor dem nächsten Regen. Heftiger Sturm hatte an vielen Häusern die Planen, mit denen beschädigte Dächer nach dem Hagelsturm vor knapp zwei Wochen notdürftig abgedeckt wurden, wieder weggerissen.

Auch in Oberösterreich sind die Landesfeuerwehren vor allem damit beschäftigt, provisorisch Häuser, die bei einem der vorigen Unwetter in Mitleidenschaft gezogen wurden, neuerlich abzudichten. Hauptbetroffen in Oberösterreich sind erneut die Bezirke Perg und Braunau.

Orkanartige Stürme, verbunden mit Hagel, haben einmal mehr die Feuerwehren in Niederösterreich auf Trab gehalten. 1500 Mann standen laut Landeswarnzentrale in der Nacht auf Montag im Einsatz. Es galt umgestürzte Bäume zu beseitigen und Brände nach Blitzschlägen zu bekämpfen.

Für heute, Dienstag, meldet die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) weitere starke Niederschläge mit bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden. Ab Mittwoch soll dann der Hochsommer vorübergehend zurückkehren.

Ein typischer Sommer

Dieser ständige Wechsel zwischen heftigen Gewittern und Sonne sei durchaus normal, meint Thomas Turecek von der ZAMG. In einer Alpenregion wie Österreich verliefen die Sommer in der Regel durchwachsen. Dieser Wettertrend werde auch noch bis Mitte August anhalten. Wochenlange trockene und heiße Tage, wie es sie im Sommer 2003 gegeben habe, seien vielmehr untypisch.

Die Behauptung, das Wetter werde immer extremer, kann der Meteorologe deshalb so nicht stehen lassen. Auch das heftige Hagelgewitter vor knapp zwei Wochen in Wien sei "nichts Ungewöhnliches". Dafür verantwortlich sei der "Stadt-Insel-Effekt mit dem Mikroklimat", wie es im Fachjargon heißt. Sprich: In einer Großstadt stehe durch die dichte Verbauung die Hitze. Wenn dann eine fast entleerte Gewitterzentrale über die Stadt ziehe, könne sich diese wieder aufladen, und es komme zu neuerlichen Unwettern, erläutert Turecek. Genau dieses Phänomen sei vor knapp zwei Wochen in Wien eingetreten. (Kerstin Scheller/DER STANDARD – Printausgabe, 4.8.2009)

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    In Salzburg kommen Helfer kaum nach, Unwetterschäden an Häusern zu reparieren.

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