Bergrettung plagen Finanznöte

3. August 2009, 22:12
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Bund soll Unfallversicherung für Rettungskräfte zahlen

Salzburg - Mehr als 11.400 Männer und Frauen sind derzeit für den Bergrettungsdienst in Österreich tätig. Bei vielen ihrer Einsätze setzen die Ehrenamtlichen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel, manchmal riskieren sie auch Kopf und Kragen. Einige der Risiken werden für die Rettungskräfte über eine spezielle Unfallversicherung abgedeckt. Rund 160.000 Euro muss der Bundesverband des Bergrettungsdienstes jährlich dafür aufwenden. "Das ist der Löwenanteil" des Budgets des Dachverbandes, wie Finanzreferent Georg Hundegger im Standard -Gespräch meint.

Diese Summe aufzustellen gestalte sich jedoch zunehmend schwierig. Das Problem: Es gebe vom Bund keine mittelfristigen Finanzierungszusagen, so Hundegger. Die Bergrettung laufe Gefahr, bei den Prämienzahlungen für die Unfallversicherung, "in Rückstand" zu geraten. Der Bergrettungsfinanzchef - im Zivilberuf EDV-Techniker aus Niederösterreich - verlangt, dass der Bund für die Bergrettung endlich "Planungssicherheit" schaffe.

Als Vorbild für so eine mittelfristige Förderzusage nennt Hund- egger Niederösterreich. Hier habe man mit dem Land einen Fünfjahresvertrag für die Finanzierung des Landesverbandes.

Dass die Bergrettung mit sieben Landesorganisationen - alle Länder außer Burgenland und Wien - föderal organisiert ist und die Bundesländer für die Finanzierung zuständig sind, dürfte die Sache zusätzlich erschweren. Hundegger glaubt, dass man den alpinen Rettern grundsätzlich wohlgesonnen sei; weil aber die Rettungsagenden Landessache seien, fehlten auf Bundesebene einfach "Ansprechpartner". Trotzdem halte er die föderale Struktur für sinnvoll. Die Bedingungen wären in Tirol ganz andere als in Niederösterreich: "Denken Sie an die Gletscher."

Spende ist Versicherung

Neben Finanzierungszusagen vom Bund benötige seine Organisation aber auch Spenden, appelliert Hundegger an die Bergsportler. Die Bergrettung bietet eine eigene Versicherung an: Spendet man mindestens 22 Euro, erwirbt man damit für ein Jahr eine weltweit gültige Bergekostenversicherung mit einer Deckungssumme von bis zu 15.000 Euro. (Thomas Neuhold/DER STANDARD - Printausgabe, 4.8.2009)

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